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Bananen machen Affen dick

„Campus-Ansichten“: Futterküche des Primatenzentrums Bananen machen Affen dick

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um die Futterküche des Deutschen Primatenzentrums dreht sich Folge 36.

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Tierpfleger Sven Klessinger sortiert Obst und Gemüse für die Affen.

Quelle: DPZ

1350 Affenmäuler hat Tierpfleger Sven Klessinger (40) täglich zu stopfen. Die acht verschiedenen Arten, die im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen auf 16 Stationen leben, fressen am Tag 350 Kilogramm Gemüse, 200 Kilogramm Obst und 200 Kilogramm Trockenfutter.

An der Wand der Zentralen Futterküche am Kellnerweg 4 hängen Listen, die regelmäßig aktualisiert werden. Nach ihnen packt der Tierpfleger die Futterkisten für die Stationen auf dem weitläufigen Gelände. „Zum Teil äußern die Pfleger zusätzlich noch Sonderwünsche“, berichtet Klessinger.

Als Grundnahrungsmittel dient Trockenfutter, das es immer morgens gibt. „Es enthält alle Nährstoffe, die die Tiere benötigen“, erläutert Koloniemanager Uwe Schönmann (53). Er ist für Gesundheit und Wohlbefinden der Affen verantwortlich. Damit die Tiere die Pellets auch zu sich nehmen, sind sie in verschiedenen Geschmacksnoten aromatisiert. „Einige Primaten mögen sie sogar lieber als Obst und Gemüse“, hat der Biologe beobachtet. Das harte Futter sei eigentlich nichts für Alte und Kranke, erzählt er. Die Affen seien aber erfinderisch. Einige weichten das Futter in ihren großen Backentaschen ein, andere tunkten es in den Wassernapf.

Mittags bekommen die Primaten Brei. Klessinger kocht ihn in der Küche aus Weizen und Vollkornschrot. Dazu gibt es Quark und Joghurt. „In den Brei können wir bei Bedarf Medikamente geben, die alle Primaten auf der Station nehmen sollen“, erläutert Koloniemanager Schönmann. Damit den Tieren der Breit vertraut sei, werde er täglich gereicht. Sonst würden ihn die Affen stehen lassen.

Nachmittags gibt es für die Primaten Obst und Gemüse. Das lagert in zwei großen Kühlräumen neben der Futterküche. „Wir werden zweimal in der Woche vom Fruchthof Northeim beliefert“, berichtet Klessinger. Alles habe Supermarkt-Qualität. Verfüttert würden vor allem Äpfel, aber auch viele andere Obstsorten. „Weil Bananen viele Kalorien enthalten, gibt es sie nicht so viel“, erklärt Schönmann.

Klessinger beliefert die Stationen mit ganzen Früchten. Dort wird das Obst und Gemüse von den Tierpflegern in mundgerechte Portionen zerlegt und in den Käfigen weiträumig verstreut. „Sonst würden die dominanten Tiere vor den Futternäpfen sitzen“, erklärt Schönmann. Die jungen und schwachen Tiere bekämen nur noch, was übrig bliebe. Auch so würden sich die ranghohen Affen die besten Happen sichern. Sie liefen bei der Fütterung blitzschnell durch den Käfig und stopften sich die leckersten Sachen in ihre großen Backentasche.

Kartoffeln aus dem Dampfgarer

120 verschiedene Futtermittel lagern in den Vorratsräumen des Deutschen Primatenzentrums. Tierpfleger Sven Klessinger kocht den Affen im Dampfgarer unter anderem Kartoffeln, Reis und Nudeln. Sie bekommen Zwieback und Knäckebrot. Im Winter servieren die Pfleger den Tieren Tee. Um die Futtersuche interessant zu gestalten, verstecken sie Körner in Spielzeug. Die Primaten müssen es herausschütteln. Beliebt ist bei den Tieren Gummi Arabicum. Es wird erwärmt und in Holzlöcher gegossen. Die Affen pulen es dort heraus. Die Weißbüschelaffen, die aus Südamerika stammen, erhalten im Primatenzentrum Mehlwürmer und Heuschrecken. Sensibel sind die drei Arten von Lemuren, madagassischen Halbaffen, die am Kellnerweg leben. Sie ernähren sich ausschließlich von Lebensmitteln aus Bioanbau.

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