Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Göttinger Studierende rudern auf der Fulda

„Campus-Ansichten“: Bootshaus / Tageblatt-Serie, Folge 34 Göttinger Studierende rudern auf der Fulda

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um das Bootshaus in Wilhelmshausen dreht sich Folge 34.

Voriger Artikel
Mit dem Strom ans Ziel
Nächster Artikel
100 Studenten aus 22 Nationen

Rudern an der Fulda: Die Universität Göttingen macht's möglich. Im Boot: Andreas Metzner.

Quelle: Wenzel

Wilhelmshausen. Malerisch am Ufer der Fulda liegt das Bootshaus der Universität Göttingen. Dort lernen Studierende das Rudern und trainieren für Wettkämpfe. 1979/80 hat die Hochschule das Gebäude am Ortsrand von Wilhelmshausen errichtet. Schulklassen wohnen dort für eine Woche, um Wassersport zu treiben.

Dutzende von Booten lagern in der großen, fensterlosen Halle im Erdgeschoss. In einer Ecke werden die nötigen Utensilien verwahrt, um kleinere Reparaturen durchzuführen. „Die Boote sind empfindlich“, erklärt Mischa Lumme vom Göttinger Hochschulsport. Leicht kommt es bei Anlegemanövern oder Zusammenstößen zu Schäden. Beim Einsteigen reicht ein falscher Tritt und die Bootswand bricht.

Von der Halle tragen die Sportler die Boote über einen, am Gebäude vorbeiführenden Radweg zum Anleger. „Das ist nicht ganz ungefährlich“, warnt der Sportwissenschaftler. Die Boote sind zum Teil recht lang. Der Achter bringt es auf fast 20 Meter. Die Radfahrer wiederum sind auf der ebenen Strecke, trotz Warnhinweisen, schnell unterwegs. „Schwere Unfälle gab es aber bisher keine“, betont Lumme.

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um das Bootshaus in Wilhelmshausen dreht sich Folge 34.

Zur Bildergalerie

Eine andere Herausforderung wartet am Anleger auf die Sportler. Die schmalen Boote, die sich durch die Fahrgeschwindigkeit stabilisieren, wackeln bei der kleinsten Bewegung. „Anfänger fallen beim Ein- und Aussteigen regelmäßig ins Wasser“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter. Und: „Es sind schon manche Handys, Brillen und sogar Eheringe in der, an dieser Stelle zweieinhalb Meter tiefen Fulda verschwunden.“ Der Fluss führt aufgrund eines nahen Wehrs, das sich 100 Meter stromabwärts befindet, immer reichlich Wasser.

„Das Rudern fordert Sportler körperlich sehr“, weiß Lumme. Dabei sind die früher üblichen Holz-Ruder, der Fachmann spricht von Skulls und Riemen, mittlerweile meistens aus leichtem Karbon. Ruderer sitzen auf einem Rollsitz, um die Kraft der Beine zu nutzen. Der ganze Körper ist bei diesem Sport in Bewegung. Der einzelne muss sich mit denen der anderen Ruderer im Boot abstimmen.

Die Studierenden und die Schüler, die das Bootshaus nutzen, übernachten im ersten Stock. Dort gibt es, verteilt auf mehrere Zimmer, 24 Betten. Fliegengitter vor den Fenstern halten Insekten fern. „Im Sommer schlafen viele gern auf dem Gang, der das Gebäude im ersten Stock umgibt“, sagt Lumme. Da gilt es auf die Schwalben aufzupassen, die unter dem Dachfirst nisten und auf dem Boden Spuren hinterlassen. Hinterm Haus findet sich ein Grillplatz. Gekocht wird gemeinsam in der Küche, gegessen im großen Aufenthaltsraum.

„Die Stimmung während der mehrtägigen Kurse ist großartig“, verrät Lumme. Die gemeinsame Zeit schweiße zusammen.

Fast immer ausgebucht

Rudern auf der Fulda bietet die Universität Göttingen ihren Studierenden seit 1925 an. Damals entstand zwischen Hann. Münden und Speele gegenüber vom hessischen Wilhelmshausen ein Bootshaus. 1961 ist das Gebäude abgebrannt. „Mittel für einen Neubau wurden 1966 bereitgestellt, aber der Bau erfolgte erst 1979/80“, erinnert sich der ehemalige Leiter des Hochschulsports, Jochen Schinkel. Gebaut wurde nun nicht mehr auch niedersächsischer, sondern auf der hessischen Fuldaseite.

Das Bootshaus, das über eine Fläche von 540 Quadratmetern verfügt, steht auf einem 3400 Quadratmeter großen Grundstück, weiß Rainer Bolli vom Gebäudemanagement der Universität. Um das Haus auszulasten, vermietet es die Universität an Schulen. „Es ist während der Saison zwischen März und Oktober ausgebucht“, berichtet Mischa Lumme vom Hochschulsport.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Göttinger Alzheimer-Zentrum