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Campus-Ansichten: Hangar der DRF Luftrettung in Göttingen

Folge 3 Campus-Ansichten: Hangar der DRF Luftrettung in Göttingen

Die Tageblatt-Sommerserie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um den Hangar der DRF Luftrettung dreht sich Folge 3.

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Quelle: SPF

Göttingen. „Den Hubschrauber über Nacht draußen stehen zu lassen, ist viel zu riskant“, meint Mathias Mader (58). So manövriert der Pilot der DRF Luftrettung abends nach Einbruch der Dämmerung seinen Helikopter Christoph 44 mit dem Gabelstabler in den Hangar neben dem Göttinger Universitätsklinikum.

Es stehen zwar überall Schilder, die das Betreten des Flugfelds untersagen. Zudem nehmen Videokameras den Platz an der Nordseite des Klinik-Hauptgebäudes in den Blick. Doch die Lebensretter gehen auf Nummer sicher. „Die Elektronik des Hubschraubers ist empfindlich“, erklärt der Pilot. Schon durch eine falsche Berührung an bestimmten Baugruppen kann etwas kaputtgehen. Von Wetterereignissen, mutwilligem Vandalismus oder gar Diebstahl will Mader gar nicht erst sprechen.

So ist es nichts mit dem Laternenparken. Der Helikopter muss über Nacht in die „Garage“. Mader steigt am Ende seines 14-Stunden-Tags noch mal ins Cockpit und startet sein Gefährt. Der Einsatzradius des Christoph 44 liegt bei 100 Kilometern. Abends ist die Reise jedoch schon nach ein paar Metern wieder vorbei. Der Pilot setzt sanft auf einer Metallplattform auf.

 

Foto: Pförtner

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Anschließend holt Mader aus dem nahen Hangar den Gabelstapler. In die fünf Meter hohe Halle zu fliegen, verbieten die Sicherheitsvorschriften. So hebt der Pilot mit dem Stapler die Plattform an einer Seite in die Höhe. 2,8 Tonnen wiegt der Hubschrauber. Vollgetankt wären es weitere 350 Kilogramm mehr. Der 700-Liter-Tank wird jedoch immer nur zur Hälfte mit Kerosin gefüllt. So ist der Helikopter wendiger und kann im Notfall auch mit einem Triebwerk starten und landen.

Die Plattform hat auf einer Seite Räder. So lässt sie sich mit dem Stapler über eine Brücke hinüber zum Hangar schieben. Die fünf Meter langen Flügel wippen sanft. Das Einhallen, wie Piloten sagen, will gelernt sein. „Fährt der Stapler nach links, bewegt sich die Plattform nach rechts, und umgekehrt“, erläutert Mader. Der Flieger, der eigens einen Gabelstapler-Führerschein machen musste, brauchte anfangs zehn Minuten. Heute schafft er das Rangieren in vier Minuten.

In der geräumigen Halle kommt der Helikopter neben einer Tischtennisplatte zum Stehen. „Jetzt im Sommer kommen wir, anders als im Winter, selten zum Spielen. Da sind wir fast ständig unterwegs“, sagt Mader. Fünf Einsätze fliegen die Teams, zu dem neben dem Pilot noch ein Arzt und ein Notfallsanitäter gehören, im Durchschnitt am Tag. Meistens sind die Retter jeweils eine bis anderthalb Stunden unterwegs.

Für den Piloten ist der Dienst jeweils mit Anbruch der Dämmerung vorbei. Seine beiden Kollegen haben dagegen 24-Stunden-Bereitsschaftsdienste. Sie fahren nachts noch mit dem Rettungswagen durch Göttingen.

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