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„Campus-Ansichten“: Zentralwäscherei des Göttinger Klinikums

Cremedosen und Eheringe im Arztkittel „Campus-Ansichten“: Zentralwäscherei des Göttinger Klinikums

Ein Rollcontainer nach dem anderen trifft in der Zentralwäscherei der Universitätsmedizin Göttingen ein. 15 bis 18 Tonnen schmutzige Wäsche reinigt der Betrieb täglich: neben Bettzeug und Nachthemden Textilien aus den Operationssälen sowie Berufsbekleidung.

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Quelle: Pförtner

Göttingen. Dass Sauberkeit in einer Wäscherei höchste Bedeutung genießt, überrascht niemanden. In der Zentralwäscherei des Klinikums sind die Hygienevorschriften jedoch aufgrund der Krankheitskeime besonders streng. „Ständig gibt es unangemeldete Kontrollen durch unsere Krankenhaushygiene, aber auch durch unabhängige Institute“, berichtet Astrid Kruse, Leiterin der Wäscherei.

Damit die Mitarbeiter die Patientenwäsche so wenig wie möglich anfassen, wird sie auf Station in verschiedenfarbige Säcke vorsortiert. Sie gelangt dann in den Rollcontainern über ein automatisiertes hausinternes Transportsystem in die Wäscherei, die sich nördlich des Klinikums in der Zimmermannstraße befindet. Die Mitarbeiter knöpfen die Säcke nur auf und geben sie so in die Waschtrommeln.

Die Zentralwäscherei kümmert sich zudem um die Berufsbekleidung der 7400 Klinikumsmitarbeiter. Die Beschäftigten dürfen sie nicht nach Hause mitnehmen, weil sonst eine Verschleppung von Keimen droht. Die Wäscherei-Mitarbeiter schauen die Kleidungsstücke immer noch einmal durch. „Wir haben neben Kugelschreibern, Lippenstiften und Cremedosen bereits Schlüsselbunde und Eheringe gefunden“, sagt Kruse. Solche Objekte können die Maschinen beschädigen.

Die Berufsbekleidung sowie OP-Textilien aus wasserundurchlässigem Laminat und wasserabweisenden Mikrofasern werden in einer Waschstraße mit 13 Kammern á 60 Kilogramm gereinigt. Eine zweite Waschstraße mit 14 Kammern á 50 Kilogramm übernimmt die Patientenwäsche. Daneben gibt es unter anderem Trockner, Mangeln und Legemaschinen.

Die täglich 170 Rollcontainer, die mit schmutiger Wäsche eintreffen, passieren nach ihrer Leerung eine Wasch- und Desinfektionsanlage. Mitarbeiter beladen die sauberen Container nach Bestelllisten der einzelnen Stationen mit frischer Wäsche. So kehren sie ins Krankenhaus zurück.

„Wir halten saubere Sachen vorrätig, um bei außergewöhnlichen Vorkommnissen die Intensivmedizin, aber auch andere Bereiche des Klinikums rasch versorgen zu können“, erläutert Kruse. Über das Transportsystem ist die Wäsche spätestens 20 Minuten nach Anforderung beim Besteller.

Die Wäscherei arbeitet für weitere Kunden, darunter das Weender Krankenhaus und Arztpraxen. Sie erhalten Mietwäsche, was bei der Optimierung der Waschprozesse hilft. Der Betrieb beschäftigt 83 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. Sie sind werktags im Ein-Schicht-Betrieb tätig. Kruse, eine gelernte Industrie-Kauffrau und studierte Kulturwissenschaftlerin aus Heiligenstadt, fing nach der Wende in einer Wäscherei an. 2006 wechselte sie zum Klinikum.

Von Michael Caspar

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