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Carl-Friedrich-Gauß-Wohnheim

„Campus-Ansichten“ Folge 28 Carl-Friedrich-Gauß-Wohnheim

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um das Carl-Friedrich-Gauß-Wohnheim dreht sich Folge 28.

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Gedenktafel am Wohnheim in der Kurzen Straße.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Im Stadtturm, der der Turmstraße ihren Namen gab, befand sich einst Göttingens Sternwarte. Als Mathematiker Carl-Friedrich Gauß dort 1807 die Leitung übernahm, zog er mit seiner Familie in der Nähe ins Eckhaus Kurze Straße 15. Seit 1981 nutzt das Studentenwerk das um 1800 errichtete Gebäude als Wohnheim.

Gedenktafel am Haus

Es ist ein unauffälliges, zweigeschossiges Fachwerkhaus, das in der Turmstraße direkt an die alte, massive Stadtmauer grenzt. „Im 18. Jahrhundert galt das Viertel als schmutzig und wenig elegant“, berichtet Anett Reyer-Günther vom Studentenwerk. Im 19. Jahrhundert, als Gauß dort lebte, hatten sich die Verhältnisse gebessert. Der Witwer heiratete 1810 ein zweites Mal. Mit Minna Waldeck hatte er drei Kinder. Die Familie zog 1816 aus, als die neue Sternwarte in der Geismar Landstraße fertiggestellt worden war. An Gauß erinnert seit 1977 eine Gedenktafel am Haus.

Das Gebäude beherbergte später viele Jahre lang das Katasteramt. Das Studentenwerk übernahm die Liegenschaft 1981 vom Land. Das Gebäude gehört zu den ältesten Immobilien der Stiftung, die in Göttingen 41 Wohnheime betreibt. „Noch älter ist unser Gebäude an der Roten Straße Ecke Burgstraße“, sagt Reyer-Günther. Es stammt aus dem Jahr 1775 und wird ebenfalls als Wohnheim genutzt.

Das Fachwerkhaus an der Kurzen Straße hat eine schöne, alte Haustür. Durch sie gelangt der Besucher ins Treppenhaus mit seinem grau-weiß gestrichenem Holzgeländer. Von dort geht es in die beiden Flügel, die sich an der Kurzen Straße und der Turmstraße entlang ziehen. Die Gänge, die zu den Zimmern führen, sind schmal. Zwei Anbauten gibt es zum Innenhof hin.

Einige Geheimnisse

Mehrfach wurde das Haus umgebaut. Das sorgt nun für manche Überraschung. So endet ein Gang in einer Wandnische und eine Treppe, die versteckt hinter einer verschlossenen Tür liegt, an der Decke. Die Haustür zur Turmstraße ist von innen zugemauert. Es gibt alte Kellergewölbe, die aber ebenso wie der Dachboden für die Studierenden nicht zugänglich sind. „Sie sollen nicht vollgestellt werden“, erklärt Reyer-Günther.

„Die letzte größere Sanierung war 2005, als die Schwellen erneuert werden mussten“, berichtet Kirsten Dickhut von der Bauabteilung des Studentenwerks. Pilze und Käfer hatten die Balken angegriffen.

Über 33, durchschnittlich 20 Quadratmeter große Einzelzimmer auf drei Etagen verfügt das Wohnheim. Sie sind nicht möbliert. Eine Ausnahme machen die vier Zimmer, die für ausländische Studierende reserviert sind. Sie kommen derzeit aus China, Nigeria, Österreich und den USA. Die Küchen und Sanitäranlagen werden gemeinsam genutzt.

„Heute haben sich die Standards verändert“, weiß Reyer-Günther. Trotzdem sei das Wohnheim beliebt. Es liege in den Innenstadt. Viele Bewohner studierten Mathematik. Ihr Institut in der Bunsenstraße befinde sich nur wenige Gehminuten entfernt auf der anderen Seite des Stadtwalls. Ein weiterer Vorteil: Zum Wochenmarkt sei es nicht weit.

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