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Chinas Völker und ihre vielen Sprachen

Ausstellung Chinas Völker und ihre vielen Sprachen

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) ist Sondersammelgebietsbibliothek für die altaischen und paläoasiatischen Sprachen, zu der sämtliche mongolischen, tungusischen, die Turksprachen sowie das Koreanische zählen.

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China-Experte: Referent Johannes Reckel (rechts) im Gespräch mit Ausstellungsgästen.

Quelle: Hinzmann

Im Foyer der Bibliothek zeigt die Ausstellung „Vielvölkerstaat China“ derzeit anhand ausgewählter Literatur die Vielfalt dieser Sprachen. Offiziell leben neben den Han-Chinesen 55 weitere Völker in der Volksrepublik China, zumeist an deren Nordrand.

Die aktuelle Ausstellung umfasst insgesamt 15 Schaukästen und zehn Schautafeln. Die Informationen über die verschiedenen Gebiete auf den Tafeln sind jedoch recht allgemein gehalten, der Besucher erhält keine vertiefenden Einblicke. Jene kann er sich aber auf einer zur Ausstellung gehörenden PC-Station verschaffen. In den Schaukästen sind verschiedenste Bücher ausgestellt, von alten Werken, bis hin zu modernen Comics.

Die Ausstellung richtet sich nicht an den Laien, so war es dann auch nicht verwunderlich, dass bei der Eröffnung mit dem Vortrag „Wie die Kalmüken aus Sinkiang an die Wolga kamen“ von Dr. Johannes Reckel, der die Ausstellung erarbeitet hat, fast ausschließlich Fachpublikum anwesend war. Aber auch für diese 50 Gäste stellte Reckels Vortrag keine leichte Kost dar.

Bei den Kalmücken handelt es sich um ein westmongolisches Volk, das heute vor allem in Kalmückien siedelt und dessen Angehörige meist Anhänger des Tibetischen Buddhismus sind. Sie wanderten im 17. Jahrhundert nach Westen und gingen durch die Expansion der Kosaken im 18. Jahrhundert im russischen Zarenreich auf, berichtete Reckel. Unzufrieden mit der russischen Herrschaft zogen sie unter starken Verlusten wieder in ihr Stammland. Nur 66       000 von annähernd 170      000 überlebten. Die verbliebenen Kalmücken lebten bis zur Kolchosiwierung der Sowjetunion als Nomaden, wurden nun aber zur Sesshaftigkeit gezwungen. Deshalb unterstützten sie im 2. Weltkrieg die deutsche Wehrmacht.

Die Universitätsbibliothek Göttingen verfügt über einen einzigartigen Bücherschatz außerhalb Chinas. Er umfasst Literatur in mehr als 70 Sprachen, die zwischen dem Bosporus und der Beringsee gesprochen werden. Bedeutende Schwerpunkte sind neben der deutschlandweit größten Sammlung koreanischer Literatur die Provinz Sinkiang, die Mandschurei und die Innere Mongolei.

Die Ausstellung „Vielvölkerstaat China“ ist bis zum 27. März zu sehen in der SUB, Platz der Göttinger Sieben 1.

Von Alexander Lechler

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