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Churyumov-Gerasimenko wird Teile der Oberfläche verlieren

20 Meter vom Kometen verschwinden Churyumov-Gerasimenko wird Teile der Oberfläche verlieren

Ab Mai wird die Südhalbkugel des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko der Sonne immer näher kommen – und dabei Schichten ihrer Oberfläche aus Staub und Eis verlieren. Sechs Jahre und fünf Monate beträgt die Dauer eines Sonnenumlaufs des Kometen.

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Quelle: ESA

Göttingen. Im August erreicht er seine kürzeste Distanz zur Sonne. „Wir erwarten, dass dann die Erosion dort deutlich zunehmen wird“, so Dr. Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen, Leiter des Osiris-Teams.

In ihren Modellrechnungen schätzten die Forscher des Osiris-Teams den maximalen Materialabtrag für beide Regionen im Verlauf eines Sonnenumlaufs ab. Dabei nahmen sie an, dass das unterirdische gefrorene Wasser von einer sehr dünnen und extrem porösen Staubschicht bedeckt ist, deren Dicke nur 50 Mikrometer misst.

„Natürlich können wir uns bei diesem Wert noch nicht völlig sicher sein. Mit ihm lassen sich jedoch die Erosionsraten, die wir derzeit beobachten, gut reproduzieren. Wir halten ihn deshalb für einen guten Ausgangspunkt für unser Modell“, erklärt Osiris-Wissenschaftler Dr. Horst Uwe Keller vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

"Ein unbeschreibliches Abenteuer"

Die Berechnungen basieren auf einem dreidimensionalen Modell des Kometen, das aus Daten des Kamerasystems Osiris berechnet wurde. Morphologische Details wurden vernachlässigt und die gesamte Oberfläche durch etwa hunderttausend kleine Dreiecke dargestellt.

„Die Südhalbkugel könnte während ihres kurzen, aber intensiven Sommers eine Schicht von bis zu 20 Metern Dicke verlieren. Auf der Nordhalbkugel dürfte dieser Wert deutlich kleiner sein. Nach unseren Schätzungen erodieren dort nur wenige stark emporragende Gipfel und Klippen um mehr als zehn Meter im Verlauf eines Sonnenumlaufs“, meint Dr. Stefano Mottola vom Institut für Planetenforschung.

Die Wissenschaftler erwarten, dass sich die Südseite dramatisch verändern wird, wenn sich 67P im August der Sonne nähert. „Möglicherweise wird 67P nach seiner Sonnenpassage nicht mehr der Komet sein, der uns in den vergangenen Monaten so vertraut geworden ist“, so Sierks. „Diese Veränderungen aus der Nähe mitzuerleben, wird ein unbeschreibliches Abenteuer sein.“

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