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Copernicus-Preis für Biochemiker Rehling

Deutsch-polnische Auszeichnung Copernicus-Preis für Biochemiker Rehling

Der Göttinger Biochemiker Peter Rehling erhält den Copernicus-Preis. Der deutsch-polnische Wissenschaftsrpeis ist mit 200000 Euro dotiert und geht zu gleichen Teilen an Rehling und seine polnische Kollegin Agnieszka Chacinska für die „Pionierarbeit“ in der molekularen Zellbiologie.

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Peter Rehling.

Quelle: EF

Göttingen/Warschau. Die Forschungen der beiden Wissenschaftler brachten neues Grundwissen über den gezielten Transport von Proteinen innerhalb von Zellen, begründete die Jury ihre Entscheidung. Ihre Arbeiten rund um den Mechanismus, durch den Proteine in die Mitochondrien, also Zellorganellen, eingeschleust werden, prägen das Verständnis von der Biogenese der Mitochondrien bis heute. Aus der langjährigen Kooperation von Rehling und Chacinska seien zahlreiche gemeinsame Publikationen hervorgegangen sind, teilte die Universitätsmeidizin Göttingen (UMG) mit. Dort ist Prof. Rehling Direktor des Instituts für Zellbiochemie.

Prof. Heyo K. Kroemer, Sprecher des UMG-Vorstandes und Dekan der Medizinischen Fakultät, sagt: „Der Copernicus-Preis der DFG hat grundsätzlich das gesamte wissenschaftliche Fächerspektrum im Blick. Umso mehr freuen wir uns über die Ehre, dass die DFG mit dem diesjährigen Copernicus-Preis die medizinische Forschung und hier mit Prof. Rehling einen Grundlagenforscher der Göttinger Universitätsmedizin gemeinsam mit seiner Tandempartnerin aus Warschau auszeichnet. Wir wissen um die hohe Bedeutung des Copernicus-Preises gerade auch bei dessen Würdigung der Leistungsstärke gemeinsamer deutsch-polnischer Wissenschaftsarbeit. Für die UMG bestätigt diese Auszeichnung zugleich, weiterhin intensiv die international ertragreiche und bewährte Forschungskooperation zwischen Göttingen und Warschau zu unterstützen.“ Der Preis wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für polnische Wissenschaft (FNT) für Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft vergeben.

Rehling hat seit dem Jahr 2007 eine Professur für Biochemie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) inne und leitet das Institut für Zellbiochemie. Seit 2016 ist er Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs „Transportmaschinen und Kontaktstellen zellulärer Kompartimente“ (SFB 1190). In seiner Forschung befasst sich Rehling mit Mitochondrien, die eine zentrale Rolle für den zellulären Stoffwechsel spielen. Prof. Rehling und sein Forscherteam untersuchen, wie Proteine von außen in die Mitochondrien transportiert werden und dort solche Proteine treffen, die in den Mitochondrien selbst hergestellt werden. Diese Arbeiten zielen darauf zu verstehen, wie Störungen in von Mitochondrienfunktionen zu schweren Erkrankungen des Nervensystems und des Herzens führen.

Schwerpunkt seiner Forschung sind die molekularen Mechanismen, durch die Proteine in die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, importiert werden. Die Göttinger Forscher analysieren die Regulierung der Proteinsynthese in den mitochondrialen und versuchen insbesondere zu verstehen, wie sich die mitochondrialen Proteinsynthese an die Anforderungen der Zelle anpassen kann. Die Tatsache, dass zwei Genome Proteine kodieren, die das mitochondriale Proteom bilden, führt zu der Frage, wie Protein-Komplexe aus Untereinheiten von dualem genetischen Ursprung in Funktionseinheiten zusammengesetzt werden. Dieser Aspekt seiner Arbeit hat Rehling zur Analyse von Modellsystemen für mitochondriale Erkrankungen geführt. Rehling und sein Team wollen herausfinden, warum mitochondriale Erkrankungen eine überraschende Gewebespezifität trotz eines systemischen genetischen Defekts aufweisen.

Zusammen mit seiner polnischen Kollegin Chacinska vom International Institute of Molecular and Cell Biology in Warschau hat Rehling grundlegende Untersuchungen zur Biogenese mitochondrialer Proteine durchgeführt. Seit dem Jahr 2001 arbeiten beide Wissenschaftler eng zusammen, um mit biochemischen und genetischen Methoden die grundlegenden Mechanismen des Proteintransportes in Mitochondrien zu entschlüsseln. Dabei haben sie in zahlreichen Publikationen wichtige Schritte der Transportprozesse analysieren können.

Der Copernicus-Preis

Mit dem Copernicus-Preis zeichnen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP) zusammen alle zwei Jahre jeweils einen polnischen und einen deutschen Wissenschaftler für herausragende Verdienste um die deutsch-polnische wissenschaftliche Kooperation aus. Das Preisgeld von 200.000 Euro, das die DFG und die Stiftung für die polnische Wissenschaft zu gleichen Teilen aufbringen, erhalten die Preisträger jeweils zur Hälfte. Die Preisträger können das Geld für alle wissenschaftlichen Vorhaben nutzen, die die beiden Organisationen mit ihren Programmen zur Förderung vorsehen. Wünschenswert ist eine weitere Intensivierung der Kooperation.

Die Auswahl der Preisträger trifft ein Auswahlgremium aus sechs Wissenschaftlern, von denen jeweils drei in Deutschland und drei in Polen tätig sein sollen. Die Vertreter aus Deutschland werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die Vertreter aus Polen von der Stiftung für die polnische Wissenschaft für jeweils vier Jahre berufen. Auf deutscher Seite erfolgt die Ernennung der Juroren durch das Präsidium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Preisverleihung erfolgt abwechselnd in Polen und in Deutschland.

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