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DLR dreht Video aus Bildern der Raumsonde Mars Express

Der echte Weg des "Marsianers" DLR dreht Video aus Bildern der Raumsonde Mars Express

Nasa-Astronaut Mark Watney muss in nicht allzu ferner Zukunft sein Leben auf dem Mars retten. Der Kinofilm "Der Marsianer" über sein Schicksal läuft am 8. Oktober an.

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Der Marsianer Mark Wateney (Matt Damon)

Quelle: dpa

Göttingen. Eine wesentliche Rolle spielen dabei topographische und geographische Karten, die ihm die Orientierung ermöglichen, um auf dem Planeten die rettende Rakete Ares 4 zu finden.

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)  - auf die hochpräzise topographische Kartierung des Mars spezialisiert - rekonstruierten die Route mit Stereobilddaten ihrer Marskamera HRSC und erstellten ein Video, das die spektakuläre Landschaft so zeigt, wie sie Mark Watney sehen würde.

Das DLR-Institut für Planetenforschung berechnet seit bald zwölf Jahren aus Bilddaten des Kamerasystems HRSC auf der ESA-Raumsonde Mars Express digitale Geländemodelle der Marsoberfläche. Die Geschichte des Marsianers beginnt in einer Tiefebene am nördlichen Wendekreis des Planeten, führt einige hundert Kilometer an die südöstliche Grenze von Chryse Planitia und schließlich durch ein enges Ausflusstal ins Marshochland Richtung Südosten durch das Gebiet Arabia Terra.

Dort versucht Watney in einem Wettlauf gegen die Zeit die von der Nasa im Krater Schiaparelli "geparkte" Rakete zu erreichen, um mit ihr den Mars zu verlassen. Ein großer Teil des geschilderten Gebiets, etwa zweieinhalb Millionen hochpräzise topographisch kartierte Quadratkilometer, wurde von den DLR-Wissenschaftlern erst vor kurzem als Teil eines globalen Mars-Kartierprojekts vorgestellt.

Aus diesem Datensatz erstellte das DLR eine Überflugsequenz zum Film "Der Marsianer". Diese wurde aus rund 7300 Stereobildern erzeugt. Insgesamt nahm die Produktion des circa fünfminütigen Videos inklusive Datenaufbereitung, Schnitt und Vertonung zweieinhalb Monate in Anspruch. Dabei wurde die Musik eigens für diesen Film komponiert. Das gesamte Datenaufkommen betrug etwa zwei Terabyte.

Für Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung, der "Principal Investigator" des Kameraexperiments HRSC, ist die Produktion des Überflugsvideos alles andere als eine fachfremde Spielerei für ein nicht-wissenschaftliches Filmprojekt: "Der Mars fasziniert, er macht uns immer neugieriger!

Ganz viele Menschen interessieren sich für unsere Forschung, und vor allem junge Menschen wollen wissen, wie es da oben wirklich aussieht, und wie realistisch es ist, dass wir Menschen dort oben einmal unsere Spuren hinterlassen könnten. Die Daten unserer Kamera zeigen den Mars in einer Anschaulichkeit und Detailtreue von oben, wie kaum ein anderes Experiment, nur die Bilder von der Oberfläche, von Rovern wie Curiosity, sind noch näher an der Realität dran - aber die zeigen wiederum nur einen kleinen Ausschnitt.

Auch uns sind durch diese Animation wieder ein paar Details aufgefallen, die wir vorher im räumlichen Kontext noch nicht gesehen hatten. Deshalb haben wir diesen Film berechnet: Damit kann sich jeder ein Bild machen, wie es wäre, wenn Mark Watney wirklich durch diese Gebiete fahren müsste."

Von Christiane Böhm

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