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„Das Dreieck der Hilfe“

Alternative O-Phase: sozialer Stadtrundgang mit Ute Kahle „Das Dreieck der Hilfe“

735 Euro BaföG stehen einem Studierenden im Idealfall an Förderung zu. Da kann es finanziell schon mal eng werden. Bei der „Alternativen O-Phase“ hat Ute Kahle, Redakteurin beim Obdachlosen-Magazin Tagessatz, Interessierten jetzt gezeigt, wie man in Göttingen mit wenig Geld überleben kann.

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Anlaufstelle zum Kauf der studentischen Erstausstattung: der Secondhand-Laden Kim.

Quelle: r

Göttingen. Treffpunkt Stadthalle. Sieben Teilnehmer versammeln sich in der Abenddämmerung. Mehr als die Hälfte ist in der Grünen Jugend Göttingen organisiert, die diese „soziale Stadtführung“, so der offizielle Titel, sponsert. Kahle schildert Göttingen als Stadt mit einigen Problemen. „Es fehlt Wohnraum“, sagt sie und verweist auf Studierende, die zum Semesteranfang zelten müssen, weil sie noch keine Unterkunft gefunden haben. Und sie meint: „Man nimmt optisch sehr viele Bettler war.“ 22 habe sie in der Fußgängerzone zwischen dem Einkaufszentrum Carré und dem Gänseliesel an einem Morgen gezählt.

Erste Station des Rundgangs ist die Göttinger Tafel. Etwa 1000 Haushalte seien hier registriert, die sich gegen eine geringe Zahlung Lebensmittel abholen könnten. Immer mehr Rentner und Asylsuchende würden sich hier mit Nahrung versorgen, erklärt Kahle. Zweite Station: das Drogenberatungszentrum (Drobz) in einem Hinterhof am unteren Ende der Mauerstraße. Gebrauchte Spritzen könnten hier umgetauscht werden, erläutert sie den Studierenden und nennt die problematischsten Drogen in Göttingen - laut Kahle Crack und Crystal Meth. Ihren Zuhörern gibt sie mit auf den Weg, Kommilitonen zum Drobz zu führen, wenn sie auffällig würden. In der Kurzen Straße geht es dann wieder um günstige Lebensmittel. Hier gibt es „Gutes von gestern“, Backwaren zum halben Preis. In St. Michael in der Turmstraße zeigt sie den Mittagstisch, wo eine Suppe 25 Cent kostet. Noch günstiger geht es im Weltladen in der Nikolaistraße. Im Eingangsbereich stapeln sich Lebensmittel, gerade sind es viele Radieschen, Weintrauben und Brötchen. Essbares, das Lebensmittelgeschäfte abgeben, weil sie es nicht mehr verkaufen können. Hier darf jeder zugreifen, alles ist kostenlos. „Wer wirklich Hunger hat, wird satt in Göttingen“, sagt Kahle.

Der Secondhand-Laden Kim steht noch auf dem Plan, Anlaufstelle für das Besorgen der Grundausrüstung: Messer, Gabel, Löffel, Teller. Es folgen: die Nachbarschaftsgärten neben dem Bismarck-Haus auf dem Wall, und die Arbeiterwohlfahrt mit der Schuldnerberatung in der Hospitalstraße. „Das war eine kleine Runde durch das Dreieck der Hilfe“, sagt Kahle zum Abschluss.pek

Alternative O-Phase

Noch einige Veranstaltungen stehen auf dem Programm der Alternativen O-Phase. Am Donnerstag, 27. Oktober, gibt es um 16 Uhr einen Stadtrundgang zu Urban Gardening, Treffpunkt G/-Denkmal, Platz der Göttinger Sieben. Um 18 Uhr folgen zum einen ein Divestment-Infoabend von Fossil Tree im ZHG 004, ein Diskussionsabend zur Freigabe von Cannabis im ZHG 006 und ein Workshop zur linken Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Gunz. Um 21 Uhr zeigen GHG und Foodsharing Göttingen den Film "Taste the Waste" im Autonomicum. Am Freitag geht es beim AStA um 16 Uhr um "Mythos und Realität des Studiums der 68er-Generation". Um 18 Uhr kicken Studierende und Geflüchtete auf den Soccer Courts am Sportzentrum der Universität, bevor ab 22 Uhr im T-Keller eine Soli-Party gefeiert wird.

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