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Das Göttinger Stilbruch vor dem Aus?

Studentischer Club Das Göttinger Stilbruch vor dem Aus?

Vorerst keine weiteren Vermietungen, keine Parties oder andere Veranstaltungen und eine hohe finanzielle Forderung des Finanzamtes: Wegen einer Steuernachzahlung steht der studentische Veranstaltungskeller "Stilbrvch" auf dem Campus-Gelände womöglich vor dem Aus.

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Steht das Stilbruch am Göttinger Campus vor dem Aus?

Quelle: Wenzel

Göttingen. In dem Club, der im Jahr 2008 vom damaligen AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss) unter dem Namen "Vertigo" gegründet wurde, finden Kulturveranstaltungen aller Art, wie Konzerte, Studierenden-Parties oder Lesungen statt. Als 2011 eine linke Mehrheit den AStA stellte, wurde der Club in Stilbrvch umbenannt.

Nachzahlung fällig

Etwa ab dem Jahr 2013 trat der AStA nun immer häufiger nicht mehr direkt als Veranstalter auf, sondern vermietete das Stilbrvch abendweise für einen geringen Betrag - vor allem an verschiedene Hochschulgruppen und Fachschaften.

All das steht nun möglicherweise vor dem Ende. Nach einer Überprüfung durch das Finanzamt, soll nach Tageblatt-Informationen nun eine Steuernachzahlung in fünfstelliger Höhe fällig sein. Für das Finanzamt ist der Club ein Gewerbe und keine studentische Kultureinrichtung, deren Betrieb durch das Niedersächsische Hochschulgesetz abgedeckt wäre.

Die Veranstaltungen in näherer Zukunft, zu denen bereits ein Mietvertrag unterschrieben wurde, sollen offenbar noch durchgeführt werden. Weitere Vermietungen werden bis auf weiteres aber nicht stattfinden - denn das könnte den Straftatbestand der Steuerhinterziehung erfüllen.

Noch keine abschließende Klärung

Der AStA will sich zum jetzigen Zeitpunkt gegenüber dem Tageblatt nicht konkret zu der Situation äußern. Zu vieles sei noch unklar, die Lage kaum abzuschätzen, erklärte ein AStA-Vertreter. Auch die Universität äußerte sich zunächst zurückhaltend. "Die Universität Göttingen übt formal die Rechtsaufsicht über die Studierendenschaft aus", so Uni-Sprecher Romas Bielke. "Ob und welche Belange steuerpflichtig sind, ist aber eine Frage, die die Studierendenschaft, vertreten durch den AStA, zunächst mit ihrem Steuerberater klären muss."

Eine Möglichkeit, den Betrieb des Stilbrvchs auf lange Sicht sicherzustellen, ist die in der Hochschulpolitik bereits mehrfach diskutierte Ausgründung des Clubs. Dabei soll der AStA die Verantwortung für das Stilbrvch abgeben - ob an einen Verein, einen Pächter oder ein selbstverwaltetes Kulturkollektiv nach Vorbild des Hochschulsports konnte nie abschließend geklärt werden.

Denn auch wenn das Stilbrvch und eine von linken Hochschulgruppen favorisierte mögliche Ausgründung seit Jahren immer wieder Thema im Uni-Wahlkampf ist: Für eine solche Ausgründung wäre eine bisher nie erreichte Zweidrittelmehrheit im Studierendenparlament nötig.

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