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Demokraten trinken 7up

„The Battle for the White House“ Demokraten trinken 7up

Um die Polarisierung zwischen Wählern der Demokraten und Republikaner ging es beim Vortrag von Lilliana Mason, Politologin an der amerikanischen Universität Maryland. In der Paulinerkirche zeigte sie anschaulich auf, wie Wähler sich immer mehr mit einer Partei identifizieren und „gewinnen wollen“.

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Lilliana Mason referierte über die Polarisierung zwischen Demokarten und Republikaner.

Quelle: CRO

Göttingen. „Republikaner und Demokraten trinken verschiedene Softdrinks, fahren verschiedene Autos und interessieren sich für unterschiedliche Sportarten“, verdeutlicht Mason die Spaltung zwischen den Wählern. So sei 7up ein typisches Demokratengetränk, Jaguar ein typisches Republikanerauto. Überspitzt zeigt sie an einer Grafik auf, wie der Lebensstil der Wähler der zwei Parteien immer mehr auseinandergehe. Sie haben nicht mehr viel gemeinsam, suchen sich Freunde und Ehepartner aus derselben Partei, sagt Mason. „Die Identifikation mit einer Partei beeinflusst die Selbstwahrnehmung und den Blick auf die Welt“, sagt sie. Damit einher gehe der Wille, mit seiner Partei gewinnen zu wollen.

An diesem Identifikationspunkt setze zum Beispiel der republikanische Kandidat Donald Trump an. Mit Aussagen wie „Ich mache aus euch Gewinner“ spreche er Menschen an, die sich als Verlierer fühlen. Hillary Clinton, die demokratische Präsidentschaftsbewerberin, biete unter anderem eine Identifikation durch Geschlecht – viele Frauen stimmen für Clinton, so Mason.

Die Differenzen zwischen den Wählern seien seit 1972 bis heute explodiert, sagt die Politologin, die viel zum politischen Verhalten und politischer Psychologie in den USA forscht. Religion beispielsweise habe in den Siebzigerjahren keine Rolle bei der Parteizugehörigkeit gespielt, heute wählen Religiöse vor allem Republikaner.

Die zentralen Begriffe, die im Vortrag der Reihe „The Battle for the White House“ des Instituts für Demokratieforschung fielen, waren „soziale Identität“, „soziale Polarisierung“ und „soziale Distanz“. Heute gebe es viel weniger Menschen, die sich nicht mit einer Partei identifizieren und Interessen beider Parteien vertreten, so Mason. „Soziale Distanz“ nennt sie das und geht damit auch auf die Frage aus dem Publikum ein, ob die soziale Polarisierung jeden US-Bürger betreffe oder es auch Menschen gebe, denen egal sei, wer Präsident werde.

Natürlich gebe es die, so Mason, auch wenn sie weniger werden. Zuzuordnen seien sie meist der Schicht der am wenigsten Gebildeten oder einer Gruppe, die sich gut mit Politik auskenne und sich gerade deshalb dem Parteiensystem widersetzen wolle.

Auf die Frage, ob sie auch ihr eigenes Wahlverhalten genau analysiere, reagiert Mason mit Humor: „Ich bin auch ein Opfer des Systems“, sagt sie, auch wenn sie versuche, ihr Verhalten objektiv zu betrachten.

Nächster Termin:

Den vierten Vortrag der Reihe „The Battle for the White House“ hält am Mittwoch, 8. Juni, Politologe Jackson Janes. Er spricht ab 18 Uhr in der Alten Mensa, Wilhelmsplatz 1, zum Thema „Challenges and Choices: The Presidential Election and Its Significance for German-American Relations“. Das GT berichtet live aus der Veranstaltung, unter #USWahlGÖ können Leser mitdiskutieren.

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