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„Der Klimawandel wird kommen“

Vortrag bei der Akademiewoche „Der Klimawandel wird kommen“

Globalen Wandel hat es schon immer gegeben“ und somit auch den Wandel der Artenvielfalt auf der Erde, erläutert Paläontologe und Geobiologe Prof. Joachim Reitner.

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Farbenprächtig, aber vom Aussterben bedroht: Korallen am australischen Great Barrier Reef.

Quelle: dpa

Er war einer der Referenten der achten Göttinger Akademiewoche, die in diesem Jahr das Thema „Zukunftsprojekt Erde“ hatte.

Das Problem ist nach Ansicht von Reitner die Beschleunigung, mit der der globale Wandel heute abläuft. „Der CO2-Ausstoß ist mit Beginn der Industriellen Revolution im Jahr 1800 exorbitant gestiegen“, erklärt der Leiter der Abteilung Geobiologie und Direktor des Geowissenschaftlichen Museums der Universität Göttingen in seinem Vortrag „Wofür brauchen wir die biologische Vielfalt? Biodiversität und Globaler Wandel“ vor zahlreichen Zuhörern im Alten Rathaus,.Hier halten alljährlich Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen während der Akademiewoche vier Vorträge. 

Mit Biodiversität sei gemäß der Biodiversitäts-Konvention die Variabilität unter lebenden Organismen gemeint, diese umfasse die Vielfalt innerhalb der Arten, zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme. Der rasante Anstieg von Kohenstoffdioxid (CO2) und Methan beschleunige den globalen Wandel, führe zu einer Klimaerwärmung und Übersäuerung der Ozeane und zum Artensterben, wie Reitner mit Grafiken veranschaulicht. Die Arten könnten sich so schnell nicht an die chemischen Veränderungen anpassen.

Sechstes großes Aussterbeereignis

„Die Erholungsphase dauert etwa drei bis vier Millionen Jahre“, erläutert er die Regeneration der fünf erdgeschichtlichen Biodiversitätskrisen, die zu großem Artensterben führten. Die Ursachen seien globale Veränderungen aufgrund von Vulkanismus, Eiszeit oder Einschlagen riesiger Himmelskörper gewesen. Im heutigen Anthropozän, wie Wissenschaftler das Zeitalter aufgrund des nachhaltigen Einflusses des Menschen auf den globalen Wandel nennen, würde das „sechste große Aussterbeereignis“ beschleunigt.

Am Beispiel der Korallenriffe verdeutlicht Reitner, der seit 1994 an der Universität Göttingen forscht und lehrt, das Problem. „Über 60 Prozent der Riffe sind bereits gefährdet“, meint der 1952 geborene Wissenschaftler. Grund dafür seien Überfischung, destruktive Fischereimethoden, Verschmutzung durch Abwasser und der Klimawandel im Allgemeinen. Die Biodiversität sei eine wichtige Ressource und Grundlage des Lebens. Auch der Mensch schätze die Vielfalt, beispielsweise im Tourismus. „Der Klimawandel wird kommen“, ist Reitner überzeugt, ihn aufzuhalten hält er für unmöglich. „Aber für die Erhaltung und die Regeneration der Arten können wir etwas tun.“ Dabei sei vor allem die Politik gefragt, die Aufgabe des Einzelnen sei es deshalb, sich politisch zu engagieren. Zudem könne auch ein anderes Konsumverhalten nützen: „Billig ist meistens nicht gut für die Biodiversität.“

Von Noreen Hirschfeld

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