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Der Kongress kann beginnen

13. Kongress der Internationalen Fachgesellschaft für Ethnologen und Folkloristen (SIEF) Der Kongress kann beginnen

„Wir haben ein internationales Publikum“, freut sich Cornelius Hantscher. Viele Gäste reisen eigens aus Indien oder den USA an. Rund 800 Besucher werden erwartet. Der 34-jährige Hantscher hat in Göttingen Kulturanthropologie studiert.

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Helferinnen des Kongresses bei der Eröffnungsveranstaltung im Zentralen Hörsaalgebäude.

Quelle: r

Göttingen. In diesen Tagen ist er verantwortlich für die Ausrichtung des ersten Kongresses, den die Internationale Fachgesellschaft für Ethnologen und Folkloristen seit ihrer Gründung vor 52 Jahren in Deutschland ausrichtet. „Wir haben nicht viel Geld, aber viele Helfer“, erzählt Hantscher. Mehr als 60 Helferinnen und Helfer aus Göttingen, meist Studenten oder junge Wissenschaftler, machen den Kongress möglich. „Wir haben zudem finanzielle Unterstützung von der Universität und der Stadt Göttingen, auch viele Firmen haben uns unter die Arme gegriffen“, erzählt Hantscher. Das Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie der Universität Göttingen richtet die Tagung aus.

Der Kongress, der am Mittwoch dieser Woche endet, ist hochkarätig. Dabei geht es um das Thema: Wohnen und Beheimaten. Die unterschiedlichen Formen und Modelle von Wohnen in verschiedenen Lebensphasen oder Ländern sind das Thema der Veranstaltung. „Das ist eine der spannendsten Fragen unserer Zeit“, sagt dazu die Präsidentin der Universität Göttingen, Ulrike Beisiegel. Insbesondere sei es entscheidend, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Lebenssituationen von Flüchtlingen zu erhalten.

Zur Eröffnung der Tagung stellte der niederländische Filmemacher Dirk Jan Visser seine digitale Installation „Refugee Republic“ vor. Seine Präsentation schockierte und machte gleichzeitig Hoffnung. Die interaktive Dokumentation über das Flüchtlingslager Domiz in Kurdistan, in dem zeitweise mehr als 60 000 syrische Flüchtlinge lebten, zeigt, wie schnell sich Menschen auch in bedrohlichen Lebenssituation selbst zu helfen wissen.

Am Montag beginnt der Kongress um 8.30 Uhr mit Filmvorführungen wie zum Beispiel über Slums in der Türkei im Zentralen Hörsaalgebäude. Dazu gibt es Foto- und Posterausstellungen und viele Vorträge sowie Diskussionen. Höhepunkt des Tages wird die Verleihung des SIEF-Preises 2017 sein. Er geht an den Kulturanthropologen Lorenzo D‘Orsi für seine Arbeit „Trauma und Politik der Erinnerungen an die Uruguayische Diktatur“.

Das gesamte Tagungsprogramm ist unter www.siefhome.org zu finden.

Von Bernard Marks

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