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Streit um Professur Samuel Salzborns hält an

Wut und Unverständnis Streit um Professur Samuel Salzborns hält an

Der Streit um den bekannten Antisemitismusforscher Samuel Salzborn, der nach Willen des Uni-Präsidiums die Universität verlassen muss, ist weiterhin ein großes Thema am Campus. Der Fachschaftsrat Sozialwissenschaften hatte daher am Mittwoch zu einer Vollversammlung der Studierenden geladen.

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Großes Thema auf dem Campus: die Frage nach der Verlängerung der Salzborn-Professur.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Im Hörsaal 104 liegen Wut und Ärger schwer in der Luft über der Vollversammlung der Studierendenschaft der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Aber auch Unverständnis darüber, dass mit Samuel Salzborn nicht nur ein äußerst beliebter, sondern auch wissenschaftlich erfolgreicher Professor gehen muss. Seine Lehre sei gut, er veröffentliche viel und sei international bekannt. „Eigentlich macht er doch alles, was eine Vertragsverlängerung rechtfertigt“, sagt ein Student.

Und genau so hat es auch die Fakultät gesehen, berichtet ein Mitglied des Fachschaftsrates. Das Gremium habe daher auch die Verlängerung empfohlen, die das Präsidium aber ohne Angabe von Gründen abgelehnt hat – ein Skandal wie viele Studierende finden. „Es wird ersichtlich, dass es keine objektiven Gründe dafür gibt – die könnte man ja nennen“, sagt der Versammlungsleiter.

„Dahinter steckt eine politische Agenda, die sich gegen kritische Wissenschaft und gegen Wissenschaft, die sich einmischt, wendet.“ Die Uni habe offenbar ein Problem mit einem politischen Campus, der nicht nur dazu da sei, Drittmittel zu generieren.

Es ist bei der Versammlung viel von Marginalisierung zu hören, die Studierenden haben Angst, dass die Sozialwissenschaftliche Fakultät weitere Einschnitte befürchten muss. Und die Professoren selbst? Obwohl auch die Professoren der Fakultät hinter Salzborn standen, blieb ein „professoraler Aufstand“ aus, wie es aus Reihen des Fachschaftsrates heißt. „Es wurde eine sehr vorsichtige Protestnote an das Präsidium vorgebracht, das war es.“

Die Studierenden hingegen haben noch nicht aufgegeben: Man sammelt weiterhin Unterschriften für Salzborn. Außerdem wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet, die das Präsidium zu mehr Transparenz und einer Vertragsverlängerung aufruft. „Als das alles anfing, dachte ich, die Chancen für einen Verbleib von Salzborn stehen zehn zu 90 – mittlerweile bin ich da etwas optimistischer“, sagt ein Mitglied des Fachschaftsrates.

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