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Der Wert der Blüten-Bestäuber

Tropenökologie-Konferenz Der Wert der Blüten-Bestäuber

Wenn über Nacht alle Blütenbestäuber der Welt aussterben, hat das katastrophale Folgen. Über die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung blütenbesuchender Tiere referierte die Freiburger Biologin Alexandra-Maria Klein bei der „European Conference of Tropical Ecology“ in Göttingen.

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Sorgt für Qualität und Quantität von Pflanzenerträgen: Die Bestäubung durch Bienen.

Quelle: EF/Klein

Göttingen. Klein berichtete von ihren weltweiten Forschungen über Wild- und Honigbienen als Bestandteile hiesiger und tropischer Ökosysteme und Kulturlandschaften. Schon wenn die Hälfte der lebenden Blütenbestäuber plötzlich wegfalle, führe das zu jährlich rund 70000 zusätzlichen Todesfällen unter den Menschen.

Nicht nur die Quantität von Erträgen, die unsere Grundnahrungsmittel ausmachen, sinke dadurch, sondern auch die Qualität. Weniger Vitamine und Mineralstoffe im Inneren der Früchte sowie Einbußen in Größe und Gewicht würden vor allem zu Ungunsten der Menschen in tropischen Gebieten ausfallen.

Die Stärke des Zusammenhangs zwischen dem Fruchterfolg und der Anzahl der Honigbienen werde allerdings, so das Ergebnis von Kleins Forschung, von Wildbienen übertroffen. Diese fliegen, anders als Honigbienen, auch bei starkem Wind und steuerten andere Stellen an Bäumen an. Rund 20000 Arten gebe es weltweit.

Das Hauptaugenmerk der Freiburger Professorin lag auf ihrer „Kalifornien-Studie“ über den dortigen Mandelanbau. Besonders kommerzielle Sorten seien selbst-inkompatibel und auf Bestäubung angewiesen. Allerdings entbehre die sehr intensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft wichtige Ressourcen für wilde Insekten.

Darum sei eine regelrechte „Bestäubungsindustrie“ um die Honigbiene entstanden. Pro Mandelplantage müsse ein Bauer bis zu fünf teure Bienenkolonien erstehen. Eine Ertragssteigerung sei möglich, wenn Wild- und Honigbienen gemeinsam auf einer Plantage arbeiteten: Die Interaktion der Arten fördere den Transfer von kompatiblen Pollen.

Ohne Naturhabitat, so schließt Klein nach gut einer Stunde, gebe es auch keine Wildbienen. Biologischer Anbau sowie „viele Blüten, viele Farben, Harze und unterschiedliche Nektarmengen in den Blüten“ seien eine gute Voraussetzung für Diversität unter Blütenbestäubern und somit für eine hohe Qualität und Üppigkeit der Ernten.

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