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Deutsch-iranisches Forscherteam über Klima, Nutztierkrankheiten und Attacken von Wildtieren

Klimawandel entschärft Konflikte Deutsch-iranisches Forscherteam über Klima, Nutztierkrankheiten und Attacken von Wildtieren

Konflikte zwischen Menschen und Leoparden entstehen hauptsächlich durch Schäden, die Raubkatzen und Wölfe an Nutztieren wie Rind, Schaf oder Ziege verursachen. Besonders betroffen von solchen Konflikten sind arme, ländliche Regionen.

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Reisfelder in Golestan sind durch den Klimawandel gefährdet. Geringere Feuchtigkeit verringert aber das Risiko von Nutztierkrankheiten.

Quelle: pug

Göttingen. Diese trifft auch die Klimaerwärmung hart. Beziehungen zwischen dem Klimawandel und Mensch-Wildtier-Konflikten wurden bis jetzt noch nicht untersucht. Eine aktuelle Studie eines deutsch-iranischen Forscherteams, das sich mit dem gefährdeten persischen Leoparden im Golestan-Gebiet im Nord-Iran beschäftigt, zeigt jedoch, dass der Klimawandel zur Verringerung von Konflikten führen könnte. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Basic and Applied Ecology erschienen.

„Mehrere Klimaszenarien und Modellierungsansätze zeigen, dass es im 21. Jahrhundert zu einer starken Niederschlagsabnahme in der untersuchten Region kommen wird, die das Auftreten von Nutztierkrankheiten um etwa 20 Prozent und das Auftreten von Konflikten um 10 Prozent verringern könnte“, so der Leiter der Studie Dr. Igor Khorozyan vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen. Nutztierkrankheiten sind besonders häufig in den feuchten Waldgebieten West-Golestans, in der Niederschläge vergleichsweise hoch sind. Gleichzeitig kommt es in dieser Region zu häufigen Konflikten zwischen Menschen und Leoparden, da kranke Nutztiere einfache Beutetiere für den Leoparden darstellen.

„Der Klimawandel könnte für die biologische Vielfalt in Golestan eine Gefährdung darstellen, da das Gebiet reich an Säugetieren ist und viele Studien zeigen, dass in diesem Jahrhundert dort höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und geringere Wasserverfügbarkeit zu erwarten sind“, sagt Privatdozent Dr. Matthias Waltert, Senior-Autor der Studie und Koordinator des deutsch-iranischen Forscherteams. „Dieser Trend wird dadurch verschärft, dass die Region in der Übergangszone von Wald, Steppe und Halbwüste liegt und dadurch einer zunehmenden Desertifikation von Osten her ausgesetzt ist.“

Doch trotz dieser Widrigkeiten würde, so die Studie, eine solche Entwicklung signifikant die Wahrscheinlichkeit von Nutztierkrankheiten und Konflikten zwischen Menschen und Leoparden reduzieren. „Da die wichtigsten Beutetierarten wie Wildschwein, Steppen-Schaf und Bezoarziege tolerant auf den Klimawandel reagieren, erwarten wir, dass die Leoparden-Attacken auf Nutztiere mit dem prognostizierten Klimawandel abnehmen“, so Dr. Waltert.

pug

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