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Deutsches Experiment ist auf dem Weg zur ISS

Blutgefäßzellen im All Deutsches Experiment ist auf dem Weg zur ISS

In einer Dragon-Kapsel an Bord einer Falcon-9-Trägerrakete des US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX ist ein deutsches Experiment zur Internationalen Raumstation ISS gestartet: Spheroids.

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Auf der Internationalen Raumstation wollen Forscher die EIgenschaften roter Blutkörperchen untersuchen.

Quelle: r

Köln. Mit dem Experiment, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert wird und mit einem „Ticket“ der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur ISS fliegt, wollen Wissenschaftler die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf die menschlichen Blutgefäßzellen (Endothelzellen) untersuchen.

An vielen Stellen wichtig

Diese Zellen bilden die innerste Schicht der menschlichen Blutgefäße. Sie kleiden jedes unserer Blutgefäße aus, steuern die Funktionsfähigkeit unserer Gefäßwände und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks, beim Wachstum von Muskelzellen sowie bei Gerinnungs- und Entzündungsprozessen.

„Bei Spheroids geht es in erster Linie darum, herauszufinden, wie Endothelzellen ohne Schwerkraft wachsen und sich zu komplexeren Strukturen und Geweben, so genannten dreidimensionalen Sphäroiden, entwickeln“, erklärt Dr. Markus Braun, Projektleiter im DLR Raumfahrtmanagement in Bonn.

Denn Langzeitaufenthalte im Weltraum sind eine Herausforderung für die Skelettmuskulatur, das Immunsystem und das Herz-Kreislaufsystem von Astronauten. Die gesundheitlichen Probleme entstehen unter anderem durch Veränderungen der Endothelzellen.

Völlig neue Behandlungsmöglichkeiten

„Wenn es uns gelingt, die Mechanismen und die Funktion der Endothelzellen unter Mikrogravitation zu verstehen sowie die Wachstumsprozesse dieser Zellen zu bestimmen, wäre das ein großer Erfolg“, verdeutlicht Daniela Grimm, Professorin für Gravitationsbiologie und Translationale Regenerative Medizin der Universität Magdeburg, und ergänzt: „Mithilfe dieser Erkenntnisse könnten Mediziner völlig neue Behandlungsmöglichkeiten für Kreislauferkrankungen entwickeln.“ Die Forscher hoffen, mit den Resultaten aus dem Experiment kleinste Blutgefäße im Reagenzglas züchten zu können.

Während des Fluges der Dragon-Kapsel zur ISS befinden sich die Endothelzellen in acht Experimentkammern. Auf der Raumstation angekommen, werden die Kammern von den Astronauten in einen Inkubator im europäischen Columbus-Forschungslabor eingesetzt.

Rund eine Woche lang wachsen und vermehren sich die Zellen in Schwerelosigkeit. Ein Teil der Zellen wird am siebten Tag chemisch fixiert. Ein anderer Teil wird mit einer Nährlösung versorgt und darf für weitere sieben Tage auf der ISS wachsen, bevor auch diese Zellen fixiert werden. Dies stellt sicher, dass sich die Präparate bis zur Untersuchung im Labor der Universität Magdeburg nicht mehr verändern können.

Nach rund 30 Tagen im All treten die Zellen gekühlt ihre Rückreise an und werden in das Heimatlabor zurückgebracht, wo dann die molekulare und biochemische Untersuchung beginnt. chb/r

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