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Göttingen Deutsches Primatenzentrum Göttingen: Dem Coronavirus auf der Spur
Campus Göttingen Deutsches Primatenzentrum Göttingen: Dem Coronavirus auf der Spur
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11:14 18.03.2013
Infektionsbiologin Stefanie Gierer bereitet Zellkulturzellen für die nachfolgende Infektion mit künstlichen Viruspartikeln vor. Quelle: Heurich
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Göttingen

Das Coronavirus 2c EMC/2012 verursacht schwere Atemwegserkrankungen und Nierenversagen, mehr als die Hälfte aller Patienten verstarb bisher an der Infektion. Seinen Ursprung hat das Coronavirus vermutlich auf der arabischen Halbinsel. Genetische Analysen ergaben eine enge Verwandtschaft zu Viren aus Fledermäusen; ob das neue Coronavirus aber von der Fledermaus auf den Menschen übertragen wurde, ist noch unklar.

Ein neu identifiziertes Rezeptormolekül

In ihrer vorab online erschienenen Studie im renommierten Journal of Virology beschreiben die Wissenschaftler des DPZ um Stefanie Gierer und Stephanie Bertram gemeinsam mit Kollegen aus Hannover, Essen, Bonn und San Francisco, wie dem Virus der Eintritt in die Wirtszellen gelingt: Das Oberflächenprotein („Spike“) des Virus dockt dabei über DPP4, ein neu identifiziertes Rezeptormolekül, an die Zellen an und dringt in sie ein. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die Aktivierung des Spike-Proteins durch Wirtszellenzyme, Proteasen. Zwei aktivierende Proteasen wurden durch die Forscher des DPZ identifiziert; sie stellen mögliche Angriffspunkte für Gegenmittel dar.

Antikörper gegen das Virus bilden

Außerdem konnte die Gruppe nachweisen, dass sich die Infektion durch ein Serum, das von einem bereits erkrankten EMC-Patienten gewonnen wurde, stoppen lässt. Das beweist, dass Menschen in der Lage sind, blockierende (sogenannte „neutralisierende“) Antikörper gegen das Virus auszubilden. Für ihre Untersuchungen arbeitete die Gruppe mit ungefährlichen, künstlich erzeugten Viruspartikeln („pseudotypes“), welche nun als diagnostisches Werkzeug zur raschen Identifizierung solcher neutralisierender Antikörper genutzt werden können.

Pöhlmann

„Das Humane Coronavirus EMC ist eine potenzielle Gefahr für die öffentliche Gesundheit“, sagt Stefan Pöhlmann, Senior-Autor der Studie. „Aber unsere Ergebnisse und die Ergebnisse anderer Arbeitsgruppen liefern erste, potenzielle Ansatzpunkte fürTherapeutika und verbessern unsere diagnostischen Möglichkeiten.“

Deutsches Primatenzentrum in Göttingen

eb

Infiziert: Zellen, die von künstlichen Viruspartikeln befallen wurden © dpz
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