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Deutsches Primatenzentrum in Göttingen kooperiert mit Vietnam

Schutz bedrohter Affen vorantreiben Deutsches Primatenzentrum in Göttingen kooperiert mit Vietnam

Eine Vereinbarung über gemeinsame Projekte zur Forschung und zum Schutz der größtenteils stark bedrohten Affen Vietnams haben am Donnerstag Cao Chi Cong, Vertreter der Forstverwaltung im vietnamesischen Ministerium für Landwirtschaft und Entwicklung und Michael Lankeit, Geschäftsführer des Deutschen Primatenzentrums,  unterzeichnet.

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Nördlicher Gelbwangen-Schopfgibbon (Nomascus annamensis).

Quelle: EF

Göttingen.  Eine vietnamesische Delegation besucht noch bis 14. August das Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen. Das Memorandum of Understanding  soll zunächst für fünf Jahre gemeinsame Projekte unterstützen, indem bürokratische Hürden abgebaut und Erfahrung und Wissen ausgetauscht werden.  

Nicht nur die eleganten Gibbons, auch viele andere in Vietnam heimische Affen sind stark bedroht. So gibt es vom Cat Ba Langur weltweit nur noch rund 65 Exemplare. Christian Roos vom DPZ arbeitet seit 20 Jahren in Vietnam. Mit Hilfe von modernen genetischen Methoden untersucht er die evolutionären Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Affen und entdeckte dabei auch hin und wieder neue Arten. Es geht ihm aber weniger um diese Funde als darum, die Öffentlichkeit und Behörden wachzurütteln. „Wenn nicht Politiker, Wissenschaftler und Naturschutzorganisationen zusammen Schutzmaßnahmen entwickeln und implementieren, wird es viele der neu entdeckten Arten bald nicht mehr geben“, sagt Roos.

Künftig soll die Forschung insbesondere über die am stärksten bedrohten Arten vorangetrieben und wissenschaftlich fundierte Arten- und Umweltschutzkonzepte entwickelt werden. Außerdem sollen Workshops für Wissenschaftler und Studenten durchgeführt und Fortbildungen für Nationalparkmitarbeiter angeboten werden. Websites und Veranstaltungen sollen die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Das Geld für diese Maßnahmen soll über gemeinsame Projektanträge eingeworben werden.

„Wir haben mit der heute unterzeichneten Vereinbarung die Zusammenarbeit im Bereich von Forschung und Naturschutz in Vietnam auf verlässliche Grundlagen gestellt“, so Lankeit. Insbesondere wenn es um Genehmigungen für Forschung in Nationalparks oder für den Export von Probenmaterial geht, sei die Unterstützung unerlässlich. Cong betonte, dass die vom DPZ durchgeführten genetischen Analysen ein wichtiger Beitrag sei, um Wilderei einzudämmen.

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