Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Göttingen nimmt Prüfstand für Turbinen in Betrieb

"Next-Generation Turbine" Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Göttingen nimmt Prüfstand für Turbinen in Betrieb

Einen der weltweit leistungsstärksten Prüfstände für Flugzeug- und Kraftwerks-turbinen hat am Donnerstagmittag das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen in Betrieb genommen. Die insgesamt 15,6 Millionen Euro teure Anlage „Next-Generation Turbine (NG-Turb)“ wurde von DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, SPD, symbolisch gestartet.

Voriger Artikel
Sauerstoffmoleküle auf Komet „Tschuri“
Nächster Artikel
Finale des Debattenwettkampfs der Wochenzeitung „Die Zeit“

Ministerpräsident Stefan Weil (2.v.l.) startet symbolisch die Anlage.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Warum noch einen neuen Turbinenprüfstand, wenn alle bereits über das elektrische Fliegen reden? 20 bis 30 Jahre hätten die Turbinen noch eine sichere Zukunft, so Prof. Henke. Es sei noch vieles zu erforschen für effektive Turbinen, Rechenmodelle müssten überprüft werden, neue entwickelt.

Der Prüfstand soll in der Lage sein, die Turbinen moderner Flugzeuge vom Geschäftsflieger bis zum A380-Großflugzeug zu untersuchen. Ziel ist die Entwicklung moderner Triebwerke, die effektiv arbeiten, Treibstoff sparen, leise sind und möglichst wenig Emissionen haben. Aber auch Turbinen von Kraftwerken können erforscht werden.

Darauf baut auch Ministerpräsident Weil. Er habe die Hoffnung, dass die Forschung hier in Göttingen auch Effekte für Innovationen in der Energiewirtschaft haben könne. Beide Bereiche, die Luft- und Raumfahrtindustrie und der Energiesektor hätten für Niedersachsen eine große Bedeutung.

Die Turbine ist eine der Hauptkomponenten von Flugtriebwerken. Der neue Prüfstand wird es erlauben, Flugzeugturbinen in Originalgröße zu betreiben. Das bedeutet, dass der Zustand beim späteren Einsatz im Triebwerk realitätsnah simuliert werden kann.

Auszeichnen wird den neuen Prüfstand unter anderem die Luftmenge, die durch die Turbine strömen kann, der sogenannte Massen- oder Volumenstrom. Dieser fällt mit bis zu 10 kg/s sehr hoch aus und nimmt damit weltweit eine Spitzenposition ein. Zudem wird das Druckverhältnis des Verdichters doppelt so hoch wie in einer bestehenden DLR-Anlage ausfallen und damit höher als in fast allen vergleichbaren modernen Anlagen. Schließlich soll der neue Prüfstand mit einem sogenannten Brennkammersimulator ausgestattet werden. „Der neue Turbinenprüfstand wird zu den international leistungsstärksten Testeinrichtungen für Flugzeugturbinen zählen“, sagte Henke.

20 Mitarbeiter werden am Standort Göttingen in der Abteilung arbeiten. Die besondere Stärke des DLR sei es, so Frank Kocian, Leiter der Abteilung Turbine am DLR, dass gegebenenfalls auf Kompetenzen an allen Standorten in Deutschland zurückgegriffen werden könne. „Investitionen für einen solchen Prüfstand sind für ein Unternehmen allein nicht mehr zu schultern“, sagt Dr. Gerhard Ebenhoch von MTU Aero Engines. Bereits seit Jahrzehnten lassen die Triebwerkshersteller MTU und Rolls-Royce ihre Turbinen im DLR Göttingen untersuchen. Rolls Royces hat bereits einen neuen Auftrag vergeben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger