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„Die Natur gibt sich nie zufrieden“

Evolution „Die Natur gibt sich nie zufrieden“

Die Organisatoren wollen bewusst provozieren. „Vom Nutzen des Nutzlosen“ heißt die Ringvorlesung, die am Dienstag, 19. Oktober, in der Aula gestartet ist.

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Prof. Norbert Elsner: „Der Zufall kann es nicht alleine machen.“

Quelle: Theodoro da Silva

Innovation könne nämlich nur durch Grundlagenforschung stattfinden, erklärt Prof. Jens Frahm, Geschäftsführer des Universitätsbundes, der die Vorlesungen in der Aula der Universität finanziert. Und im ersten Teil der 15-teiligen Reihe beschäftigt sich Prof. Norbert Elsner nicht mit der technischen, sondern der biologischen Weiterentwicklung: Es geht um die Evolution. „Das kann doch nicht alles zufällig sein!“, zitiert er die Gegner der Evolutionstheorie, die mit dem sogenannten „Intelligent Design“ sympathisieren. Elsner gibt ihnen Recht: „Der Zufall kann es nicht alleine machen“, sagt er. „Streng geregelte Prozesse schließen sich daran an.“ Und so hieß dann auch sein Vortrag: „Das Zufällige und das Gerichtete in der Evolution“.

„Die Umwelt wirkt darauf, dass die Individuen sich fortpflanzen, die am besten angepasst sind“, sagt er. Da die Zahl der Nachkommen immer größer sei, als die Elterngeneration sei dies notwendig. Denn: „Irgendwann reichen Nahrung, die Plätze zum Verstecken und die Brutplätze nicht mehr aus. Nicht alle können überleben.“ Dass ein Individuum besser angepasst sei als ein anderes und sie sich überhaupt unterscheiden, habe seine Ursachen in Mutationen im Erbgut. Es komme zu Fehlpaarungen der Basen in der DNA. „Wegen ungeheuerer Vermehrungsraten hat einer dann eine Mutation, die sich als brauchbar herausstellt.“ Deswegen sei Sex „etwas Geniales“, so Elsner: Wenn männliches und weibliches Erbgut miteinander verschmelzen, sind die Rekombinationsmöglichkeiten so „unglaublich groß, dass sich das niemand vorstellen kann“. Noch nicht einmal Banker, sagt er. „Das Gerichtete in der Evolution hängt eng mit den ökologischen Nischen zusammen, die sich Lebewesen erobert haben.

Fische oder andere im Wasser lebende Arten ähneln sich, auch wenn ihre Spezies nur weit entfernt miteinander verwandt sind: Das verbindende Element sei das hydrodynamische Konzept. Ob Pinguine oder Schwertfische: Ihre stromlinienförmigen Körper sind an ihre Nische angepasst. Auch unspezialisierte Arten, können sich im Laufe der Evolution weiter aufspalten. „Adaptive Radiation“ nennt das der Evolutionsbiologe. Elsner gibt das Beispiel der Anolis-Echse: Diese Art existiert in unterschiedlichsten Nischen, auf Bäumen, auf dem Boden, Unterarten variieren in Größen von zehn bis 30 Zentimeter – entstanden durch zufällige Mutationen in einer speziellen Nische. „Die Natur gibt sich nie zufrieden und sagt immer: Ach, wir probieren noch etwas anderes aus“, sagt Ehlers. Ständige Innovation.

Die nächsten Vorlesungen: Am 26. Oktober spricht Bettina Wahrig über „Veränderung und Innovation aus der Sicht der Wissenschaftsgeschichte“; Anton Zeiligers Thema am 2. November: „Von Einsteins Spuk zum Quantencomputer“. In der Aula, Wilhelmsplatz 1, um 18.15 Uhr.

Von Florian Heinz

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