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100 Studenten aus 22 Nationen

Ein Campus mitten in der Lüneburger Heide 100 Studenten aus 22 Nationen

Mit Studiengängen, die Kulturen verbinden, zieht die Fachhochschule für „Interkulturelle Theologie“ - diesen Studiengang bietet sie gemeinsam mit der Universität Göttingen an - Studierende aus aller Welt an. Mitten in der Lüneburger Heide ist der Campus in Hermannsburg ein kleiner Ort der Völkerverständigung.

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Studenten aus 22 Nationen arbeiten zusammen auf dem Internationalen Campus in Hermannsburg.

Quelle: epd

Hermannsburg. Der Campus in Hermannsburg mitten in der Lüneburger Heide ist für seine Größe der wohl internationalste in Deutschland. 100 Studierende aus 22 Ländern sind dort eingeschrieben, sagt Hochschulrektor Frieder Ludwig. Etwa die Hälfte von ihnen lebt in den Wohnheimen auf dem Gelände zwischen den Lindenbäumen. Die Atmosphäre ist familiär. „Es großartig, eine Chance!“, sagt Nils Singer, der aus Bayern kommt. Und Deidré Genevieve Julies aus dem südafrikanischen Kapstadt ergänzt: „Wir lernen das Miteinander der Kulturen nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch - a real life experience.“

Mehr als 160 Jahre lang hat das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Hermannsburg Missionare für die Arbeit in Afrika, Asien oder Lateinamerika ausgebildet. Mit der Eröffnung der Fachhochschule begann 2012 eine andere Zeit. Seitdem kommen Studenten aus Ländern wie Äthiopien, Südafrika, Indien, China und Armenien in die Heide - oft gefördert durch Stipendien.

Die drei Studiengänge in Hermannsburg wenden sich an Menschen, die später zum Beispiel in Kirchen, Entwicklungsorganisationen oder der Erwachsenenbildung arbeiten wollen. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Entwicklungspolitik und Migration. Zudem wird eine kritische Auslegung von Bibel und Glaubenslehren unterrichtet, die aufnimmt, wie unterschiedlich das Christentum in der Welt praktiziert wird.

Neben Christen aus orthodoxen und lutherischen Kirchen und Freikirchen wie Pfingstlern und Mennoniten sind auch vier Muslime eingeschrieben. Die jeweiligen Hintergründe der Studierenden sind ebenso unterschiedlich wie die Motive. Julies und ihr Kommilitone Nick Elorm Mawusi Ahialey etwa engagieren sich in der sozialen Arbeit. Sie in Kapstadt, er in Hamburg. In Südafrika sind die Folgen der Apartheid bis heute zu spüren, sagt Julies, die den Masterstudiengang „Interkulturelle Theologie“ belegt hat. „Meine Generation engagiert sich, um die Spaltung zu überwinden.“ Mawusi Ahialey aus Togo gehört zu einer von afrikanischen Einwanderern gegründeten Pfingstkirche in Hamburg. Vor allem die in Deutschland aufgewachsenen Jugendlichen entfernten sich von den Traditionen ihrer Eltern, hat er beobachtet. „Ich brauche die interkulturellen Fähigkeiten, um mit den Jugendlichen besser umgehen zu können“, erzählt der 32-Jährige.

Von Karen Miether

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