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Die ungewisse Zukunft der Republikaner

US-Wahlkampf Die ungewisse Zukunft der Republikaner

„Donald Trump hat keine klare, politische Ideologie“, sagt David Farber. In der Alten Mensa sprach der Historiker über den amerikanischen Konservatismus und die moderne republikanische Partei. Nach einem historischen Rückblick ging er darauf ein, wie Republikaner Trump in die Linie der Partei passt.

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David W. Farber spricht vor Göttinger Studierenden.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Dabei setzte sich der preisgekrönte Professor der Universität Kansas, der bereits in vielen Ländern gelehrt hat, in seinem Vortrag mit dem Titel „American Conservatism: Fear and Anger in the Making of the Modern Republican Party“ mit der politischen Entwicklung in den USA seit den 1930er Jahren bis heute auseinander. Rhetorisch überzeugend gab er einen Überblick über die 1930er-Jahre mit ihrer ersten politischen Krise. „Damals haben beide Parteien Entscheidungen über ihre Ideologien getroffen“, sagt Farber über Republikaner und Demokraten.

In den 1950er- und 60er-Jahren habe sich die Partei zur modernen republikanischen Partei entwickelt, die Republikaner versuchten neben der wirtschaftlichen Führungselite andere Gruppen anzusprechen – wie die Religiösen, so Farber. Einen weiteren Einschnitt habe die Bürgerrechtsbewegung 1964 gebildet, die dazu geführt habe, dass die Konservativen „mit einer dritten Gruppe von Wählern flirteten“, so Farber und bezog sich dabei auf Weiße, die die Vorherrschaft einer rassischen Gruppe verfochten.

Der kommende Vortrag:

Prof. Lilliana  Mason, Maryland (USA), spricht am Mittwoch, 1. Juni, in der Vortragsreihe "The Battle for the White House. Perspektinven zur Präsidentschaftswahl 2016" in der Paulinerkirche, Papendiek 14. Der Vortrag "The Great Divide: Elections in Polarized America" beginnt um 18 Uhr.

Einen weiteren Einschnitt in der US-Politik habe es nach Farber, der ein Buch mit dem Titel „The Rise and Fall of Modern American Conservatism“ veröffentlicht hat, in den 1970er und 80er-Jahren gegeben. „Dann begann ein wirtschaftlicher Wettbewerb“, so Farber. Der sei zuvor, unter anderem weil Europa sich vom Krieg erholen musste, ausgeblieben. Mit Ronald Reagan, Präsident von 1981 bis 1989, sei eine Rückkehr zum „alten amerikanischen, nationalen Stil“ einhergegangen, sagt Farber. Es folgte die „konservative Krise“ unter Präsident George W. Bush und die noch andauernde Regierungszeit von Präsident Barack Obama.

Mit dem Hintergrund der historischen Entwicklung und mit Blick auf den Erfolg von Trump stellte Farber die Frage „Wie konnte das passieren?“. Das Fazit: Trump sei eine Art neuer Konservativer, der trotz fehlender Ideologie („Er sagt, dass alle glücklich sein werden, aber er sagt nie wie“) Massen begeistere. „Trump passt nicht in die Geschichte zwischen Konservativen und Liberalen“, sagt Farber, er setze neue Feindbilder: nicht Schwarze, Frauen oder Homosexuelle grenze er aus, sondern Muslime und Mexikaner – „eine Gruppe von mehr als zehn Millionen Menschen“, verdeutlicht Farber die Abstrusität des Feindbildes.

Trump stelle sich als Führer dar, der andere „gefährliche Menschen“ bestrafe. Damit bejahte Farber die Frage aus dem Publikum, ob Trump nicht eher eine autoritäre Figur, eine starke Führungsperson sei als ein Konservativer. Vielleicht auch deshalb kann Farber die Frage nach der Zukunft der Republikaner – und einem möglichen „Trumpism“ - nicht beantworten. „Begegne Veränderungen und habe keine Angst vor ihnen“, so sein Schlusswort und die eher kryptische Antwort auf die Frage aus dem Publikum, ob Trumps Philosophie nicht auf Angst in der Bevölkerung basiere.

Von Hannah Scheiwe

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