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Diskussion: „Ist der Tod nur einen Mausklick entfernt? – Cyberwar“

Verbesserter Schutz Diskussion: „Ist der Tod nur einen Mausklick entfernt? – Cyberwar“

Wo fängt der Krieg an? Braucht es dazu Bomben, nur einen einzelnen Schuss oder gar Tote? Eine Antwort konnte  die Diskussionsrunde um den Moderator Kai Ambos, Rechtswissenschaftler aus Göttingen, nicht finden.

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Cyberwar-Experten: Nils Döttling,  Andreas Schmidt, Völkerrechter Kai Ambos, Markus Wiegand und Thomas Wiegold.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Zu dem Thema „Ist der Tod nur einen Mausklick entfernt? – Cyberwar“ trafen sich der Journalist Thomas Wiegold, der Informatiker Nico Döttling, der Politologe Andreas Schmidt und Markus Wiegand, Leiter der Stabsstelle Cyber-Sicherheit der Hessischen Landesregierung.

Die von den beiden studentischen Vereinigungen European Law Students’ Association (ELSA) und den Politikmentoren des Instituts für Politikwissenschaft organisierte Gesprächsrunde war Teil der Veranstaltungsreihe „Wunde Punkte der Rechtspolitik“.

Als wunder Punkt stellte sich die Frage nach der Definition des Begriffes „Cyberwar“ heraus. „Cybercrime“ und „Cybersabotage“ lassen sich nicht klar vom „Cyberwar“ trennen. So wurde 2007 ein Cyberangriff auf Estland verübt, der unter anderem die Informationssysteme von Regierung und Banken stilllegte.

Mehr Sicherheit - weniger "Usability"

Ob die Blockierung dieser Infrastruktur schon mit dem Begriff „Krieg“ beschrieben werden kann, bleibt fraglich. Im Estland-Fall griff die NATO nicht ein.

Wiegold stellte aber fest, dass sowohl die USA als auch Deutschland betonen, ein Intervenieren bei Cyberangriffen in Zukunft nicht auszuschließen. Wie eine solche Reaktion aussehen kann, vermochte die Runde nicht klären.

Auch der Verursacher der Attacken ließe sich meist nicht eindeutig feststellen. Damit bleiben die grundsätzlichen Fragen ungeklärt: An wen richtet sich der Vergeltungschlag, wie sieht dieser aus und nach welcher Art Angriff ist er gerechtfertigt?

Aus wissenschaftlicher Sicht seien Cyberangriffe vermeidbar, so Döttling. Mehr Sicherheit führe aber gleichzeitig zur Verringerung der „Usability“, der Benutzerfreundlichkeit.

Nur eine geringe Gefährdung

Außerdem stellte er die Frage: „Können wir es uns leisten, unsere Systeme sicher zu machen?“, und verwies damit auf die steigenden Kosten, die ein verbesserter Schutz mit sich bringen würde.

Uneinig waren sich die Podiumsmitglieder, wie groß die Bedrohung durch Cyberwar tatsächlich ist. Wiegold verlas dazu ein offizielles Papier der Bundesregierung, wonach diese eine geringe Gefährdung vermute.

Dem widersprach Wiegand mit Verweis auf die Tätigkeit seiner Behörde deutlich.

Von Daniela Lottmann

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