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Göttingen Diskussion in Göttingen über Rechte für Tiere
Campus Göttingen Diskussion in Göttingen über Rechte für Tiere
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18:01 12.06.2014
Welche Rechte sollen Tiere erhalten? Passend zur Frage der Veranstaltung nimmt ein Student im Hasen-Kostüm teil. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Darüber diskutierten auf Einladung des Instituts für Politikwissenschaften am Dienstag Prof. Peter Kunzmann (Universität Jena) und Dr. Friederike Schmitz (Humboldt Universität Berlin). Durch die Veranstaltung führte Dr. Andreas Jahn, Biologe und Redakteur der Zeitschrift „Gehirn und Geist“.

Kunzmann

„Pflichten gegenüber Tieren anzunehmen, heißt nicht, dass wir ihnen Rechte geben müssen“, argumentierte Kunzmann. Zumal sich die Frage stelle, welche Teile der umfangreichen Liste der Menschenrechte auch Tieren zugesprochen werden sollten. Bei denen, wo es klar sei, solle man beginnen, so die Postion von Tierethikerin Schmitz. Das sind: Das Recht auf Leben, Unversehrtheit und Freiheit.

Schwerpunkt der Diskussion war die Nutztierhaltung und damit nicht zuletzt die Diskrepanz zwischen moralischem Anspruch breiter gesellschaftlicher Schichten und dem tatsächlichen Konsumverhalten. Wie aber sähe es mit der praktischen Umsetzbarkeit eines idealen Tierrechts aus?

Menschenrechte „als Slogan“

Schmitz

In gewisser Weise, so gab Schmitz auf Nachfrage aus dem Publikum zu, diene der Ruf nach (Menschen-)Rechten für Tiere „als Slogan“. Denn wer wäre im Fall der Fälle Kläger? Wer wollte sich anmaßen festzulegen, für welche Tiere die Rechte gelten und wie es mit der Einhaltung der Rechte zwischen den Tieren aussähe? Bei Nachfragen hierzu geriet Schmitz aber häufig ins ideologische Schwimmen.

Grundsätzlich positiv werteten die Diskutanten den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs über die Thematik. Philosoph Kunzmann sieht aufgrund der neuen Aufmerksamkeit wichtige Entwicklungen in der Nutztierhaltung angestoßen, welche einen in zehn Jahren vor einem deutlich verbesserten Umgang mit Tieren stehen lassen könnten.

Jahn

Hier zeigte sich der vielleicht bedeutendste Unterschied der Gesprächspartner: Auf der einen Seite Schmitz, die sich selbst als „Teil einer Tierbefreiungsaktion“ sieht und vor allem das große Ganze, die Idee im Fokus hat; auf der anderen Seite Kunzmann, der sich als umsetzungsorientiert und gerade deswegen als durchaus mahnend und hinterfragend zeigte.

Von Isabel Trzeciok

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