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Licht im Dunkel der Tiefsee

Akademiewoche Licht im Dunkel der Tiefsee

Was bisher über Kaltwasserkorallen, die in großen Teilen der Weltmeere zu finden sind, bekannt ist, hat bei der Akademiewoche in Göttingen am Dienstagabend die Wissenschaftlerin Dr. Claudia Wienberg von der Uni Bremen berichtet. Neue Technologien haben hier in den vergangenen Jahrzehnten Licht ins Dunkel gebracht.

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Claudia Wienberg

Quelle: HW

Göttingen. Tropische Urlaubsträume mit Tauchgängen zwischen bunten Korallenriffs – davon hat wohl jeder eine Vorstellung. Kein Wunder, dass diese relativ leicht zugänglichen Warmwasserkorallen schon recht gut erforscht sind. Schwerer machen es den Wissenschaftlern die Kaltwasserkorallen, die in der Dunkelheit der Tiefsee leben. Mangels technischer Möglichkeiten sind die prinzipiell seit rund 300 Jahren bekannten Tiere bisher noch ein weitgehend unerforschtes Feld. „Wir kennen ein paar Ausschnitte“, berichtete Wienberg.

Termine

Am Mittwoch, 28. September, hält Prof. Michael Schulz, Bremen, den Vortrag „Der Ozean im Klimasystem“. Andrea Koschinsky, Professorin für Geowissenschaften an der Universität Bremen, spricht am Donnerstag, 29. September, über „Mineralische Ressourcen aus der Tiefsee“. Die Vorträge der 12. Göttinger Akademiewoche beginnen um 18.15 Uhr im Alten Rathaus, Markt 9.

Diese Ausschnitte, die auf Forschungsexpeditionen mit Mini-U-Booten, Tauchrobotern und über Bohrkernuntersuchungen bekannt wurden, sind aber schon faszinierend genug. Wienberg schaffte es in einem auffallend guten Vortragsstil, die Besonderheiten der Kaltwasserkorallen verständlich zu machen: Unzählige Lebewesen tummeln sich in den zum Teil Hunderte Meter hohen Hügeln und gebirgsartigen Riffs, die Kaltwasserkorallen in großen Teilen der Ozeane bilden. Vielleicht weniger farbenfroh, aber mindestens so vielfältig und spannend wie die bei den bekannteren Verwandten am Great Barrier Rief und Co.

Wanderbewegungen der Kaltwasserkorallen entsprechend der Klimaveränderungen über die vergangenen Zehntausende von Jahren haben Wienberg und andere Wissenschaftler schon nachweisen können und auch ihre Funktion als CO 2-Speicher. Umso wichtiger war es der Referentin, den Blick auf die Gefährdung der Kaltwasserkorallen zu lenken. Die Schleppnetze der industriellen Fischerei zerstören die Korallen ähnlich wie Öl aus Bohrinseln. Und dann ist da noch der Müll – Autowracks, Kühlschränke und natürlich Plastikteile jeder Art haben Wienberg und ihre Kollegen schon in den Kaltwasserkorallen-Hügeln gefunden.

Von Isabel Trzeciok

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