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Göttingen Dunkle Materie: Unsichtbar und einflussreich
Campus Göttingen Dunkle Materie: Unsichtbar und einflussreich
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00:17 03.02.2013
Unsichtbare Kraft: Auch die Rotation der Galaxie „NGC 1300“ wird von dunkler Materie bestimmt. Quelle: NASA
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Göttingen

Schleicher ist Juniorprofessor am Göttinger Institut für Astrophysik und hielt seinen Vortrag in der vom Förderkreis Planetarium Göttingen ausgerichteten Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“.

Was genau deutet eigentlich darauf hin, dass so etwas wie die Dunkle Materie existiert? Schleicher berichtete vom aktuellen Standardmodell der Kosmologie und diversen Aspekten darin, die rein durch die Anwesenheit der sichtbaren Materie nicht erklärt werden können. Phänomene wie die Rotationskurven von Galaxien, die Fluktuation in der kosmischen Hintergrundstrahlung oder die Analyse großräumiger Strukturen im Universum machen die Existenz der Dunklen Materie höchst wahrscheinlich. Der Dunklen Materie auf der Spur sind daher Forschende unterschiedlicher Fachgebiete von der Teilchenphysik, die am LHC auf Nachweise zu stoßen hofft, bis zu den Astronomen, die mit Großteleskopen ihre Beobachtungen zusammentragen.

„Dunkle Materie klumpt zuerst“, erläuterte der Referent seiner Zuhörerschaft. Und dies mache sie zu einem so bedeutenden Baustein bei der Entstehung von Strukturen und Objekten im Universum. Die Klumpen der Dunklen Materie ziehen durch die Gravitation weitere Materie – auch die sichtbare – an; es bilden sich Sterne und Galaxien.

Speziell die besonders früh entstandenen Sterne haben eine sehr große Masse, wobei die Temperatur im Universrum eine wesentliche Rolle spielte. Auch hierfür hat die Dunkle Materie in den angenommenen Modellen eine Schlüsselfunktion. Mit Supercomputern berechnen und simulieren Schleicher und seine Arbeitsgruppe, wie diese Vorgänge ablaufen. Dabei wird zunehmend deutlich, so das Fazit des Vortrags: Die Dunkle Materie reguliert die Entstehung kosmischer Objekte und beeinflusst in hohem Maß deren Charakter.

Die Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“ wird am Dienstag, 5. Februar, um 20 Uhr fortgesetzt. Es spricht Prof. Matthias Bartelmann (Universität Heidelberg) über „Planck – ein Auge für den Blick ins kalte Universum“.

Von Isabel Trzeciok

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