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EU-Förderung für MPS Göttingen

Erforschung des solaren Magnetfeldes EU-Förderung für MPS Göttingen

Der Göttinger Sonnensystemforscher Sami Solanki hat für sein Projekt "Das Solare Magnetfeld und sein Einfluss auf die solare Variabilität und Aktivität" eine EU-Forschungsförderung zugesagt bekommen. Etwa 2.5 Millionen Euro stehen zur Erforschung der Sonne und ihres Magnetfeldes zur Verfügung.

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Das Sonnenteleskop GREGOR am Teide Observatorium auf Teneriffa wird unter Solankis Beteiligung mit neu entwickelten Instrumenten ausgestattet. Die verbesserte Empfindlichkeit soll detailliertere Messungen des Magnetfeldes ermöglichen.

Quelle: r

Göttingen. In dem Projekt werden Solanki und sein Team das komplexe Magnetfeld der Sonne in hoher zeitlicher sowie räumlicher Auflösung messen. Vergleiche mit modernsten Simulationen werden dann dazu beitragen, bisher ungelöste Fragen zum Einfluss kleinskaliger Magnetfelder auf die Aktivität der Sonne zu klären, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen mit.

Die von der Sonne abgegebene Strahlung beeinflusst auf der Erde Atmosphäre und Klima. Masseauswürfe aus der Korona führen nicht nur zu Polarlichtern, sondern unter Umständen auch zu Störungen unserer Telekommunikationssysteme. Dennoch sind viele Phänomene auf der Sonnenoberfläche nicht ausreichend untersucht. Vor allem kleine Strukturen im Magnetfeld spielen eine wichtige Rolle bei der Steuerung der solaren Aktivität, doch sie entzogen sich durch ihre Kleinheit lange der Erforschung. Mit neuen leistungsstarken Instrumenten, an deren Entwicklung auch das Team um Prof. Solanki beteiligt ist, soll das im Projekt SOLMAG nun geändert werden.

Aus Simulationen weiß man, dass die Strukturen des solaren Magnetfelds auch eine Größe von deutlich unter 100 Kilometer haben können – eine im Vergleich zur Sonne mit Ihrem Durchmesser von über einer Million Kilometer verschwindend kleine Distanz, die nur mit den besten Instrumenten aufgelöst werden kann. Solche Instrumente sind zum Beispiel das Sonnenteleskop Gregor am Teide Observatorium auf Teneriffa (Spanien), an dem das MPS beteiligt ist. Es ermöglicht Beobachtungen der Sonnenoberfläche im sichtbaren und im infraroten Licht sowie die Erstellung von detaillierten Karten des solaren Magnetfeldes. Ein weiteres für das Projekt wichtiges Instrument ist der am MPS in Entwicklung befindliche Microlens Hyperspectral Imager (MiHI) der auf einem Sonnenteleskop auf La Palma installiert werden wird. Mit ihm sollen in Zukunft sogar 3D-Informationen rekonstruiert werden. Erste Tests des Prototyps sind bereits für dieses Jahr eingeplant.

Die wissenschaftlichen Fragestellungen, die im Rahmen des Projektes mit den neuen Instrumenten geklärt werden sollen, betreffen unter anderem den Energietransport in Sonnenflecken, und die Mechanismen zur Aufheizung der Sonnenkorona. Diese ist mit etwa 1 Million Grad um ein Vielfaches heißer als die „nur“ etwa 6000 Grad heiße Sonnenoberfläche.

Sami K. Solanki hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich studiert und promoviert. Nach Forschungsaufenthalten in Schottland, den Niederlanden und Finnland wurde er 1999 Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (damals noch Max-Planck-Institut für Aeronomie). Seit 2001 ist er Titularprofessor an der ETH Zürich, sei 2003 Honorarprofessor an der Technischen Universität Braunschweig und seit 2009 Gastprofessor an der Kyung Hee Universität in Südkorea.

Insgesamt hat der ERC in dieser Runde 647 Millionen Euro an 277 Preisträger ausgeschüttet. Die Forschungsgebiete reichen dabei von den Naturwissenschaften über Ingenieurwissenschaften bis hin zu Sozial- und Geisteswissenschaften. ERC grants werden an Forscher aller Nationalitäten innerhalb Europas vergeben sowie an jene, die bereit sind für ihr Forschungsvorhaben nach Europa zu ziehen. Insgesamt haben 47 Deutsche in dieser Runde einen ERC grant gewonnen.

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