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Edfu-Tempel und Altuigurisches Wörterbuch

Akademie der Wissenschaften Edfu-Tempel und Altuigurisches Wörterbuch

Der ägyptische Edfu-Tempel ist eines der 26 Forschungsprojekte der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Bei der Jahresfeier berichtete Präsident Andreas Gardt über die Inschriftenuntersuchung als ein Beispiel für die Aufgaben der Akademie.

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Akademiepräsident Andreas Garth

Quelle: Heller

Göttingen. Die 40-jährige Projektzeit reichte nicht, alle Inschriften zu untersuchen, die der Tempel von Edfu zu bieten hat. Die Inschriften bedecken eine Fläche von zweieinhalb Fußballfeldern und geben detaillierte Auskunft über das pharaonische Ägypten. „Alles, was den Priestern damals wichtig war – von Verwaltungsaufgaben bis hin zu Parfumrezepten“, erklärte Gardt. Das in Hamburg angesiedelte Langzeitprojekt der Akademie erfasse die Inschriften und deren Grammatik in Verzeichnissen, so Gardt, der Fotos von der Arbeit der Wissenschaftler vor Ort zeigte.

Vergleichbar mit Latein

Die Dokumentation des einst im Wüstensand verschwundenen Tempels hat mit Blick auf die Zerstörung von Tempelanlagen durch die Isis-Terroristen in den vergangenen Monaten für Gardt auch eine neue, weitere Notwendigkeit erfahren: „Man weiß nicht, was mit solchen Monumenten heutzutage geschieht“, gab der seit April amtierende Präsident zu bedenken.

Ein neues Forschungsprojekt der Akademie ist das "Wörterbuch des Altuigurischen"; Vorsitzender des Projekts ist der Turkologe Prof. Jens Peter Laut, einer der beiden Vizepräsidenten der Akademie. "Das Altuigurische oder Alttürkische ist von seiner Bedeutung her vergleichbar mit dem Lateinischen bei den romanischen Sprachen", so Gardt. Das Fehlen eines solchen Wörterbuchs werde schon lange von der Turkologie der  Indologie, Mongolistik, Sinologie oder Religionswissenschaft beklagt.

Gardt wies auch auf Nachrichten aus befreundeten Akademien in der Türkei und Großbritannien hin. Die aktuellen politischen Entwicklungen bedeuteten entweder alles andere als Wissenschaftsfreiheit oder den Verlust gut funktionierender Kooperationen. Dieses beunruhige die britischen Kollegen zutiefst, berichtete Gardt. Aufgrund der Neuregelung im Zuge des geplanten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union werden rechtliche Änderungen erwartet, die die wissenschaftliche Kooperationen einschränken oder verhindern.

In Niedersachsen einzigartig

In seinem Rechenschaftsbericht hob der Akademiepräsident die Eröffnung des Forschungszentrums der Akademie in der Geiststraße hervor, das in einem Gebäude der Universität dort im Mai eröffnet wurde. Damit sei „ein geisteswissenschaftliches Forschungszentrum entstanden, das in Niedersachsen einzigartig ist.“ Neu ist nach Angaben von Gardt in der Geschichte der 265 Jahre alten Akademie die Tatsache, dass sich der erste Personalrat konstituiert hat.

Für das Forschungszentrum übernimmt das Land Niedersachsen die Mietkosten. Dieses hob Stefan Wenzel, Umweltminister und stellvertretender Ministerpräsident, in seinem Grußwort hervor. Die Langzeitprojekte der Akademie seien international hoch anerkannt und gelten als Markenzeichen des deutschen Wissenschaftssystems, betonte Wenzel. Das Land Niedersachsen begrüße es, dass die Akademie mit ihrer Vorgabe "Zukunftsstrategie" deutlich mache, dass sie sich auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorbereite.

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