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Egner setzt auf Nanoskopie

Laser-Laboratorium Egner setzt auf Nanoskopie

Der Physiker Dr. Alexander Egner ist neuer Direktor des Laser-Laboratoriums Göttingen (LLG). Im August trat Egner die Nachfolge von Prof. Wolfgang Viöl an, der das LLG von Dezember 2008 bis Juni 2010 leitete. Mit Egner wird das LLG sein Forschungsspektrum ausbauen und um die Abteilung „Optische Nanoskopie“ erweitern.

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„Hier ist der optimale Standort“: Alexander Egner ist seit August Direktor des Laser-Laboratoriums Göttingen.

Quelle: Theodoro da Silva

Die optische Mikroskopie unterhalb der Beugungsgrenze ist Egners Forschungsgebiet. Der 39-Jährige hat in der Abteilung NanoBiophotonik von Prof. Stefan Hell am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie gearbeitet und war Leiter der Einrichtung für innovative Lichtmikroskopie des MPI. Mit Hell kam Egner nach gemeinsamer Forschungsarbeit in Finnland im Jahr 1997 nach Göttingen. Derzeit habilitiert sich Egner an der Fakultät für Physik der Universität Göttingen.

Die optische Nanoskopie ermöglicht den Blick in lebende Zellen, was erst seit wenigen Jahren aufgrund der von Hell entwickelten Methode gelingt. Diese überwindet die Beugungsgrenze und bildet Objekte, die enger als 200 bis 300 Nanometer beieinanderliegen, getrennt ab.

Seit die als STED-Mikroskopie bekannt gewordene Methode international anerkannt ist, „hat sich die Schlagzahl erhöht, in der man forscht“, beschreibt Egner die Entwicklung. Neben den USA gebe es auch in Frankreich in der optischen Nanoskopie Fortschritte. Aber bisher ist Göttingen weltweit der einzige Standort, wo Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung für die optische Nanoskopie zusammenkommen.

Das will Egner vorantreiben und die am MPI erfolgte Grundlagenforschung am LLG anwendungsorientiert fortsetzen und das Methodensprektrum erweitern. Insofern bietet ihm die Führungsaufgabe am LLG „die einmalige Gelegenheit, in Göttingen weiter zu forschen und mir hier etwas Neues aufzubauen“, freut sich der in Brühl / Baden geborene Wissenschaftler, der in Heidelberg studierte und promoviert wurde.

Seine bisherigen Tätigkeiten und die Mitgliedschaft im Sonderforschungsbereich 755 „Nanoscale Photonic Imaging“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft prädestinieren Egner nach Ansicht des Vorstands, „die Vernetzung des LLG mit anderen Göttinger Forschungsschwerpunkten voranzutreiben.“ Der Transfer in die wirtschaftliche Anwendung, so LLG-Vorstandsvorsitzender Prof. Jürgen Troe, sei von Beginn im Jahr 1987 immer das Ziel des Instituts gewesen.

Und dazu passe auch, dass „75 Prozent der Mitarbeiter, die wir ausbilden, in die Industrie gehen“, erklärt Birgit Sterr, stellvertretende Geschäftsführerin des LLG. Viele der Ehemaligen seien heute Auftraggeber des Forschungsinstituts, das 64 Mitarbeiter hat. Neben der neuen Abteilung „Optische Nanoskopie“ sind im Institutsgebäude am Hans-Adolf-Krebs-Weg auf dem Nord-Campus vier Abteilungen untergebracht: Kurzzeitphysik, Materialbearbeitung, Optik/kurze Wellenlängen und Umweltanalytik.

Während der Amtszeit von Viöl, der auch Professor der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) ist, wurde im Jahr 2009 die Abteilung Laser-Plasma-Hybridtechnologie geschaffen. Viöl begann im Juli mit dem Aufbau eines Zentrums für interdisziplinäre Plasmaforschung (ZIP) an der Göttinger HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik (Tageblatt berichtete).

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