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Ehrendoktor für Göttinger Forscher Jäckle

Universität Basel Ehrendoktor für Göttinger Forscher Jäckle

Die Uni Basel hat dem Göttinger Forscher Herbert Jäckle die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Hochschule ehrte den Entwicklungsbiologen für „seine herausragenden Verdienste im Bereich der wissenschaftlichen Forschung und seinen unermüdlichen Einsatz für hervorragende wissenschaftliche Bedingungen in der ganzen Welt“.

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Ausgezeichneter Forscher: Herbert Jäckle vom Max-Institut für biophysikalische Chemie.

Quelle: MPIbpC

Jäckle erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität Basel in einer feierlichen Zeremonie am Dies Academicus, der Jahresfeier der Hochschule, zu der die Professorenschaft traditionell den Talar mit Barett trägt. „An der Universität Basel hat mein im letzten Jahr verstorbener wissenschaftlicher Freund Walter Gehring geforscht. Daher berührt mich die Ehre, die mir dort zuteil wurde, ganz besonders“, sagte Jäckle, derzeitiger Geschäftsführender Direktor und Leiter der Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie.

Auf seinem Forschungsgebiet der molekularen Entwicklungsbiologie hat Jäckle bahnbrechende Erkenntnisse darüber gewonnen, wie die frühe Entwicklung der Taufliege Drosophila melanogaster molekular reguliert wird und was ihren Energiestoffwechsel im Gleichgewicht hält. Mit seinen Wissenschaftler-Kollegen hat er eine Reihe von Schaltergenen und molekularen Regelmechanismen identifiziert, die auch beim Menschen bei der Bildung von Organen und bei der Kontrolle des Energiestoffwechsels eine wichtige Rolle spielen. Seine Arbeiten eröffnen den Weg für neue und innovative Therapieansätze, die eingesetzt werden könnten, um defekte Organstrukturen und -funktionen – etwa bei Diabetes oder Fettleibigkeit – wiederherzustellen. In der gemeinsam mit dem früheren Max-Planck-Präsidenten Peter Gruss gegründeten Göttinger Biotech-Firma DeveloGen AG (heute Evotec AG) wird daran gearbeitet, diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung zu überführen.

Neben seiner Forschertätigkeit setzte er von 2002 bis 2014 als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit kreativen Ideen wichtige Impulse in der deutschen und internationalen Wissenschaftslandschaft und förderte die internationale Zusammenarbeit. Auf seine Initiative entstand unter anderem das von der MPG und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam getragene Partnerinstitut für Computergestützte Biologie in Shanghai (China) sowie ein neues biomedizinisches Partner-Institut zwischen der MPG und dem argentinischen Wissenschaftsministerium in Buenos Aires (Argentinien). Nicht zuletzt entwickelte Jäckle ein neues, äußerst erfolgreiches Konzept zur Nachwuchsförderung innerhalb der MPG, um talentierte Forscherinnen und Forscher früh in ihrer Karriere zu unterstützen. Für seine wissenschaftlichen Erfolge und für sein Engagement als Wissenschaftsmanager wurde der Entwicklungsbiologe vielfach ausgezeichnet. eb

Über den Preisträger

Herbert Jäckle promovierte 1977 an der Universität Freiburg in Biologie. Anschließend arbeitete er an der University of Texas in Austin (USA), am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg und am MPI für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Im Jahr 1987 wurde er Ordinarius für Genetik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1991 wechselte er nach Göttingen an das MPI für biophysikalische Chemie, wo er seitdem als Direktor die Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie leitet. Seit 1993 lehrt er zudem als Honorarprofessor an der Universität Göttingen. Die MPG ernannte ihn 2002 zu ihrem Vize-Präsidenten. 2008 wurde er für eine weitere Amtszeit bis zum Jahr 2014 berufen.

Jäckle erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis (1986), den Feldberg-Preis (1990), den Otto Bayer-Preis (1992), den Louis Jeantet-Preis für Medizin (1999), den Deutschen Zukunftspreis (1999) sowie den China International Cooperation Award und den Preis für internationale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit der Volksrepublik China (beide 2013). Im Jahr 2010 wurde er mit dem Verdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der argentinische Staat ehrte ihn 2014 mit dem Luis Federico Leloir-Preis. Er hält Ehrendoktorwürden des Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel) und der Universität Basel (Schweiz). eb

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