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Göttingen Ein Drittel macht ein Auslandssemester
Campus Göttingen Ein Drittel macht ein Auslandssemester
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14:49 14.03.2018
Gut ein Drittel der Göttinger Studierenden absolviert ein Auslandssemester. Quelle: Christina Hinzmann/Archiv
Göttingen

Uwe Muuss, der an der Universität Göttingen die Abteilung International leitet, hat die Zahlen. Nach Absolventenbefragungen gingen 35 bis 40 Prozent der Studierenden für ein, zwei Semester ist Ausland, berichtet er. Langfristig wolle die Hochschule den Anteil auf 50 Prozent steigern.

„An der PFH, der Privaten Hochschule Göttingen, liegt die Quote bei den Management-Studiengängen zwischen 25 bis 40 Prozent“, weiß Stefan Zammit, der an der PFH das International Office leitet. „Bei der Fakultät Ressourcenmanagement der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst gibt es mehrwöchige Gruppenprogramme für Studierende im Ausland“, erläutert Sylvia Korz, die dem Akademischen Auslandsamt der HAWK vorsteht. Die Forstwissenschaftler beschäftigten sich etwa in Finnland mit dem Blockhausbau, in Russland mit Holzverwertung oder auf Zypern mit Feuerbekämpfung.

Lieblingsländer

Studierende der Uni Göttingen, so Muus, ziehe es seit einigen Jahren verstärkt ins außereuropäische Ausland. Das habe nicht zuletzt mit den neuen Uni-Regionalzentren für moderne Indien- und Ostasien-Studien zu tun hat. Beliebte europäische Länder seien Spanien, Frankreich, Italien, Polen, Schweden und Großbritannien. Bei den PFH-Studierenden, führt Zammit aus, halte sich das Interesse an europäischen und nichteuropäischen Ländern die Waage. Da viele ihr Englisch verbessern wollten, seien vor allem englischsprachige Länder gefragt. Überraschend groß sei zur Zeit das Interesse an Aufenthalten in Taiwan.

Motive

Gute Fremdsprachenkenntnisse und die Fähigkeit, sich in einem fremden Land zu recht zu finden, verbessern die Jobaussichten. Auf diese „berechtigte Erwartung“ macht Muuss von der Universität aufmerksam. „Viele junge Menschen sind einfach nur neugierig und reisefreudig“, meint Korz von der HAWK „Wer ein Auslandssemester macht, war oft bereits Austauschschüler“, beobachtet Zammit von der PFH. Auch persönliche Gründe gebe es. Eine PFH-Studentin habe es im Urlaub in Korea so gut gefallen, dass sie privat Koreanisch gelernt und dann für ein Semester nach Korea gegangen sei.

Zeitpunkt

Bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts für einen Auslandsaufenthalt, so Muuss, würden an der Uni Studiengangskoordinatoren helfen. Oft legten Studierende das Auslandssemester ans Studienende. Das Förderprogramm Erasmus+ biete seit 2014 die Möglichkeit, im Jahr nach dem Examen für bis zu zwölf Monate im Ausland ein Praktikum zu machen. „Wer an der PFH im Bachelor Betriebswirtschaftslehre studiert, geht in der Regel nach dem fünften Semester ins Ausland“, berichtet Zammit.

Welche Uni?

Bei der Wahl der Hochschule rät Zammit von der PFH zu Partneruniversitäten der eigenen Hochschule. Da gebe es dann keine Probleme mit der Anerkennung von Seminaren. Fast alle Partneruniversitäten erließen zudem Studiengebühren. Studierende, die bereits dort waren, könnten Tipps geben. Die so genannten Freemover, die ihren Auslandsaufenthalt selbst organisierten, hätten es entsprechend schwerer. Zum Teil kämen auf ihre Initiative hin neue Uni-Partnerschaften zustande.

Finanzierung

Zur Finanzierung des Auslandsaufenthalts, so Muuss von der Uni, nutzten viele Studierende den Mobilitätszuschuss von Erasmus, dem Bildungsprogramm der Europäischen Union. Im Studienjahr 2016/17 hätten es mehr als 600 Studierende der Göttinger Universität genutzt.

Unterkunft

„Im Ausland für ein Semester ein Zimmer zu finden, ist meistens kein Problem, kann sich aber manchmal ähnlich schwierig gestalten wie in Göttingen“, sagt Zammit. Informationen, so Muuss von der Universität, würden die eigene Hochschule, die Homepage der Partnerhochschule, Studierende, die bereits dort gewesen seien oder von jener Universität kämen. „An einer unserer Partnerhochschulen werden Studierende am Flughafen abgeholt und vorübergehend in einem Wohnheim untergebracht bis sie selbst etwas gefunden haben“, sagt Zammit.

Weiterführende Seiten der Hochschulen zum Thema

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Von Michael Caspar

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