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Einkaufs-App für die Seitenstraßen

Hochschulgruppe Enactus Einkaufs-App für die Seitenstraßen

Die Einkaufsapp Gö2Go will die inhabergeführten Geschäfte in Göttingens Seitenstraßen jungen Menschen bekannt machen. Fünf angehende Wirtschaftsinformatiker haben sie im Auftrag der Hochschulgruppe Enactus entwickelt. In zwei Wochen steht sie zum Download bereit.

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Die Vorstellung der neuen App.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Wir wollen die Welt mit unternehmerischen Ideen ein bisschen besser machen“, sagt Anna Melamed (20), die Leiterin des Göttinger Enactus-Teams. Beim Brainstorming hätten die 40 Mitglieder der Gruppe die Idee mit der App gehabt. „Wir studieren alle schon ein paar Semester in Göttingen, aber beim Einkaufen laufen wir meistens nur die Weender Straße rauf und runter“, berichtet sie. Dabei gebe es in den Seitenstraßen „viele interessante Geschäfte“ zu entdecken.

Enactus bildete eine Projektgruppe, die die Idee konkretisierte. „Wir haben zunächst 200 Leute auf der Straße befragt“, erzählt Melamed. Drei Viertel hätten erklärt, nur in Filialgeschäfte zu gehen. Sie würden auch kleine Läden aufsuchen, wenn sie über deren Angebot mehr Informationen erhielten, hätten vier von fünf Befragte gesagt. „Wir haben dann mit 100 Einzelhändlern über unsere Idee gesprochen“, so die Studentin der Betriebswirtschaftslehre. Der Vorstand des Vereins „Die Seitenstraßen“ habe für seine 38 Mitglieder sofort einen App-Auftritt gebucht.

„Mit dieser Rückendeckung haben wir den Auftrag für die Programmierung erteilt“, führt Melamed aus. Die App, so eine der Anforderungen, solle für die Geschäftsinhaber einfach zu aktualisieren sein. Andere Programme seien einzubinden gewesen. „So kann sich der Nutzer über GPS auf dem kürzesten Weg zum Geschäft führen lassen“, sagt der Mathematik-Student Felix Westerkamp (24). Die von den Läden hinterlegten Telefonnummern ließen sich durch Anklicken wählen. Die App sei mit den Facebook- und Twitter-Seiten der Läden verlinkt.

„Die Wirtschaftsinformatiker, die sich ihre Arbeit für ihr Studium anrechnen lassen können, waren mit dem Programmieren fünf Monate beschäftigt“, erklärt Melamed. Die Jura-Studentin Naritsara Tookwaja (20) erarbeitete unterdessen die Verträge und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die App-Nutzung kostet die Geschäfte 50 Euro jährlich.

Inzwischen ist Gö2Go fertig. „Die 50 Firmen, die mitmachen wollen, haben jetzt zwei Wochen Zeit, Texte und Bilder, Gutscheine und Veranstaltungshinweise hochzuladen“, sagt Westerkamp. Danach stehe die App zum Download bereit. Enactus werde das neue Angebot an der Uni mit Flyern, in Kinospots und mit einer Facebook-Kampagne bewerben. In einem halben Jahr will die Hochschulgruppe, die keine Gewinninteressen verfolgt, das Projekt in andere Hände legen, etwa in die eines Start-ups.

Werben um Studierende

„Kleine Geschäfte können preislich mit den Angeboten im Internet mithalten und bieten zudem den besseren Service“, meint Kathrin Hackel (47) von Merz-Klaviere in der Prinzenstraße 19. Das will sie über die App Gö2Go jungen Menschen mitteilen. „Wir beteiligen uns auch an anderen Initiativen, die sich an Studierende richten“, sagt Hackel und nennt die Aktion Heimspiel oder den Uni-Flyer, den Erstsemester erhalten.

„Zu uns kommen bisher kaum Studierende“, bedauert Marina Timofewa (55), die in ihrem Kunstladen Floh-art an der Oberen-Masch-Straße 18 seit fünf Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Kunst, Antiquitäten und Trödel anbietet. Mit der App wolle sie nun junge Menschen erreichen.

„Wir haben bereits viele Studierende als Kunden, die bei uns Pois zum Jonglieren oder Slacklines zum Seiltanzen im Cheltenham-Park kaufen“, berichtet Ariane Bernecker (32) vom Drachenladen an der Kurzen-Geismar-Straße 34. Die App solle den Laden bei jungen Menschen, die sich überwiegend über das Smartphone informierten, noch sichtbarer machen.

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