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Forschungsrat fördert Göttinger Ethnologen

Religionsforschung Forschungsrat fördert Göttinger Ethnologen

Der Ethnologe Prof. Roman Loimeier von der Uni Göttingen hat einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) eingeworben. Sein Projekt „Private Pieties: New Forms of Religiosity in Muslim Societies“ wird seit Oktober fünf Jahre lang mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro gefördert.

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Roman Loimeier

Quelle: r

Göttingen. In den vergangenen Jahren haben sich islamistische Bewegungen zur scheinbar größten Bedrohung des Westens entwickelt. „Dieser Fokus auf die islamistische Bedrohung hatte zur Folge, dass gegenläufige Entwicklungen in der islamischen Welt von Senegal bis Indonesien derzeit kaum gesehen werden“, so Loimeier vom Institut für Ethnologie. Dabei haben sich in vielen Ländern Nordafrikas und Westasiens, des subsaharischen Afrika und Südostasiens soziale und religiöse Bewegungen entwickelt, die die Deutungshoheit islamistischer Gruppierungen im öffentlichen Raum bestreiten. Diese neuen sozialen Stimmen und Bewegungen bestehen insbesondere darauf, dass Glaube Privatsache sei. Das Göttinger Forschungsvorhaben wird sich genau mit diesen sozialen Gruppen und Muslimen beschäftigen, die sich gegen die politische und gesellschaftliche Instrumentalisierung des Islams stellen.

Das Forschungsvorhaben untersucht Entwicklungen in sechs Ländern Nordafrikas und Westasiens: Senegal, Tunesien, Ägypten, Libanon, Iran und Pakistan. Seine Ergebnisse werden unter anderem dabei helfen, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob das Insistieren auf die Privatheit von Gläubigkeit mit einem entsprechenden Verlust des Einflusses der Religion im öffentlichen Raum verbunden ist, und damit mit einem Einflussverlust der jeweiligen religiösen Akteure - insbesondere der radikalen islamistischen Gruppierungen, die in den vergangenen Jahrzehnten versucht haben, die Muslime für ihre politischen Ziele zu gewinnen.

Mit Advanced Grants unterstützt der ERC die Arbeit von weltweit herausragenden und erfahrenen Spitzenforschern. pek/r

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