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Evolutionsbiologen der Universität Göttingen untersuchen molekulare Veränderungen bei Insekten

DFG fördert neue Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe Evolutionsbiologen der Universität Göttingen untersuchen molekulare Veränderungen bei Insekten

Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe verstärkt die Forschung an der Fakultät für Biologie und Psychologie der Universität Göttingen. Am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie untersucht seit November ein Team unter der Leitung von Dr. Nico Posnien die molekularen Grundlagen der Vielfalt von Kopfstrukturen in Insekten. Die DFG fördert die Gruppe fünf Jahre lang mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro.

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Quelle: EF

Göttingen. Ein wichtiges Ziel der biologischen Forschung ist es, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu beschreiben und die Prozesse ihrer Entstehung zu verstehen. Die Größe und Form eines komplexen Organs wird während dessen Entwicklung durch die Aktivität von genregulatorischen Netzwerken definiert. Diese Netzwerke gewährleisten die kontrollierte Aktivierung von Entwicklungsgenen. Änderungen in der Funktion und der Regulation dieser Gene während der Entwicklung führen zu Variationen in der Ausprägung von morphologischen Merkmalen. „Bisher fehlt allerdings ein umfassendes Verständnis der molekularen Veränderungen, die für die morphologische Variabilität komplexer Organe verantwortlich sind“, erklärt Dr. Posnien. „Der Kopf und insbesondere die Facettenaugen der Insekten sind solche komplexen Strukturen, die im Verlauf der Evolution zahlreiche morphologische Veränderungen und Anpassungen an sich ändernde Umweltbedingungen durchlaufen haben.“

Dr. Posnien und sein Team wollen in den kommenden Jahren die genetischen Grundlagen von natürlich vorkommenden Veränderungen der Augengröße und -form in verschiedenen Populationen und Arten von Fruchtfliegen untersuchen. Dazu verwenden sie eine Kombination aus genomweiten Assoziationsstudien, vergleichender Transkriptomik, Methoden der geometrischen Morphometrie und funktionelle Analysen.

Nico Posnien, Jahrgang 1981, studierte Biologie an der Universität Göttingen, wo er 2009 promoviert wurde. Danach war er an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Oxford Brookes University in Großbritannien tätig, bevor er 2012 nach Göttingen an das Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie zurückkehrte. Mit dem Emmy-Noether-Programm möchte die DFG herausragenden jungen Wissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbstständigkeit eröffnen. Benannt ist das Programm nach der Mathematikerin Emmy Noether (1882 bis 1935), die sich als erste Frau 1919 an der Universität Göttingen habilitierte.

pug

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