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Vom kleinen Korn zum fertigen Brot

Fachschaft für Agrarwissenschaften Vom kleinen Korn zum fertigen Brot

Ein großer Mähdrescher mitten auf dem Campus hat am Mittwoch Aufsehen erregt: Die Agrarscouts des Forums Moderne Landwirtschaft boten interessierten Bürgern eine Möglichkeit zum Dialog mit Agrarwissenschaftlern auf dem Zentralcampus der Universität.

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Julia Nissen (Mitte) mit Agrarscouts Fabian Hörstmann-Jungemann (links) und Bastian Luttermann auf dem Mähdrescher.

Quelle: Holstein

Göttingen. Unter dem Motto „Vom Brot zum Korn“ informieren 28 Agrarscouts über den Produktionsprozess des Brotes. Die Aktion wird vom Forum Moderne Landwirtschaft, den Junglandwirten Südniedersachsen und der agrarwissenschaftlichen Fachschaft der Universität organisiert. Sogenannte Agrarwände zeigen den Weg von der Pflanzenzüchtung zur fertigen Delikatesse. Die Göttinger Agrarscouts studieren meist selbst Agrarwissenschaften. Von dem Forum Moderne Landwirtschaft, das vor allem jüngere Leute ansprechen will, werden die Scouts in Workshops ausgebildet.

Reden auch über kritische Themen

Netzwerk-Projektleiterin des Forums Julia Nissen möchte mit Aktionen, wie der am Zentralcampus in Göttingen, das Vertrauen der Bürger in die Landwirtschaft zurück gewinnen. „Wir verschließen uns nicht vor negativen Themen. Uns sind kritische Punkte wir Massentierhaltung oder Glyphosat bewusst. Wir möchten darüber reden“, sagt Nissen. Eine der Stellwände im Hintergrund beinhaltet Infos über Glyphosat. Nissen nennt die Informationsaktion „Dialogoffensive“.

„Das Motto 'Redet mit uns, statt über uns' wird hier heute gelebt“, erzählt die Agrarwissenschaftlerin. Einige Interessierte haben sich versammelt. Sie bleiben mit dem Fahrrad stehen und hören einem Agrarscout zu, wie er über kranke und gesunde Weizenpflanzen redet, ein paar Mädchen zeigen angeekelt auf einen Behälter mit Mehlwürmern.

Oft nur Halbwissen

Sie lesen sich die Texte auf den Stellwänden durch, diskutieren mit den Agrarlern oder klettern hoch in die Fahrerkabine des Mähdreschers. Offen gehen die Scouts auf Studierende zu, immer mit einer kostenlosen Packung Dinkel- oder Roggenmehl des Verband deutscher Müller in der Hand. Luca Hörmann ist zum ersten Mal als Agrarscout aktiv. Er möchte den Menschen die Landwirtschaft näher bringen. „Viele Leute haben nur Halbwissen über das, was sie essen. Sobald einer hier mit einem „Aha“-Effekt rausgeht, finde ich das schön“, erklärt der 19-Jährige und fügt schmunzelnd hinzu: „Naja, und der Mähdrescher ist natürlich ein Blickfang.“

Die Dialogoffensive soll ein Angebot für beide Seiten sein, es gehe nicht um Rechtfertigungen sondern Kommunikation. Nissen möchte in ganz Deutschland den Dialog zwischen Bürgern und Landwirtschaftlern fördern. „Die moderne Landwirtschaft braucht einen Platz in der Mitte der Gesellschaft“, sagt sie entschieden.

Von Natascha Holstein

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