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Entdeckungsreise durch Göttingen

Orientierungsphasen für Erstsemester an Entdeckungsreise durch Göttingen

Sie laufen in Gruppen durch die Stadt, verkleiden sich, klettern auf Bierkisten, lassen Papierflieger segeln. Mehrere 1000 Studierende beginnen am Montag, 17. Oktober, ihr Studium in Göttingen. Die Fachschaften bieten in dieser Woche Orientierungsphasen mit Innenstadt-Rallyes an.

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„Wir sind die Freiheitsstatue“: Patrick Hoffmann und Jakob Mayer, die Germanistik studieren wollen, am Dienstag auf dem Platz vor dem Alten Rathaus.

Quelle: Markus Hartwig

Göttingen. Beim Literarischen Zentrum wird Pantomime gespielt, beim Gänseliesel sollen sie die New Yorker Freiheitsstatue darstellen, auf dem Wochenmarkt startet ein Eierlauf: An mehreren Stationen können die O-Phasen-Gruppen der Germanisten Punkte sammeln. „Auf die Gruppe mit den meisten Punkten warten Buchpreise“, kündigt Tutorin Doreen Kraußner an.

„Spaß haben und das Studium locker angehen, lautet das Motto“, sagt Haakon Elies aus Worbis. Göttingen kennt der Eichsfelder schon seit Kindheitstagen. An der Uni will er Deutsch und Englisch auf Lehramt studieren. Gymnasiallehrerin für Deutsch und Biologie möchte Gesa Schütte aus Braunschweig werden. An mehreren Unis habe sie sich beworben, sagt sie. Sie könne auch in Hannover studieren, wolle aber nach Göttingen. Ihr gefalle das Flair der Studentenstadt besser.

„Klein, süß und voller Leben ist die Stadt“, freut sich Franziska Wilde, die sich für Theologie eingeschrieben hat. Sie komme aus Hildesheim, erzählt sie. An der Jacobikirche drängt sie sich mit anderen Theologie-Studierenden auf vier Bierkisten. Sie müssen so eng zusammenrücken, dass eine Kiste frei wird. Sie wird mit den Füßen ans andere Ende geschoben. Dann rückt die Gruppe auf, bis die nächste Kiste frei ist. Dazu gibt es „geistigen Beistand“, einen Klaren. „Hier stehe ich, und kann nicht anders“, brüllt die Gruppe ihren Schlachtruf. Sie haben ihn bei Reformator Martin Luther entlehnt.

Journalist will Paul Port aus Bad Harzburg werden. Er macht mit seiner O-Phasen-Gruppe eine Wanderung über den Göttinger Stadtwall. Für Philosophie und Geschichte hat er sich eingeschrieben. Von der Mensa ist er begeistert. Selbst für ihn als Vegetarier gebe es dort „ein großes Angebot“. Über die verschiedenen Beratungsangebote seien sie informiert worden, berichtet er. Hilfe hätte er bei der Wohungssuche gebrauchen können. 30 Besichtigungstermine habe er absolviert. „Am Ende bekam ich ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft“, sagt er erleichtert. Andere suchten noch immer.

Tutorin Marleen Grösche zeigt einer Gruppe angehender Juristen bei einer Tour über den Campus das Lern- und Studiengebäude, wo sich Studierende einen Raum mieten können. Die Wände seien so gut isoliert, dass selbst eine lärmende Arbeitsgruppe nebenan nicht zu hören sei, sagt sie. Viele Fragen haben die Erstsemester zum Stundenplan und der Zwischenprüfung. Auch für die Möglichkeit, im Ausland zu studieren, interessieren sie sich. „Die meisten wollen nach England oder Irland, da sei es schwer einen Platz zu bekommen“, berichtet Grösche. Nach Slowenien zu gehen, sei dagegen einfach. Am Mittwoch informiere der Hochschulsport die Jura-Studierenden über sein Angebot, am Donnerstag gebe es um technische Dinge, wie den elektronischen Studentenausweis, kündigt sie an.

Einige 1000 Erstsemester

Noch stehen die genauen Zahlen nicht fest: Studierende, die an der Göttinger Universität einen Platz bekommen haben, springen ab. Andere rücken nach. Täglich verändern sich die Zahlen. Deshalb will die Studienzentrale erst bei Semesterstart mitteilen, wieviele Erstsemerster es in diesem Wintersemester gibt. Eine Prognose hat sie aber abgegeben. Demnach steigt die Zahl der Studierenden in Göttingen um 500 auf 31 500 Personen. Im vergangenen Wintersemester belief sich die Zahl der Erstsemester auf 4770 Studierende. Einzelne Fakultäten nennen vorläufige Zahlen. Demnach beginnen etwa bei den Juristen 550, bei den Germanisten 300 oder bei den Theologen 100 junge Menschen ihr Studium.

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