Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Spannung statt Staub
Campus Göttingen Spannung statt Staub
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 30.04.2017
Der Förderkreis Forum Wissen stellt sich erstmals öffentlich vor. Quelle: Harald Wenzel
Göttingen

„Es gehen mehr Menschen ins Museum als zu Bundesligaspielen“, sagt Dr. Marie Luisa Allemeyer. Die Direktorin der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen ist für die Sammlungen und Ausstellungen der Universität verantwortlich. Trotzdem soll das Forum Wissen, das gerade auf dem Gelände des Zoologischen Instituts entsteht, nicht „Museum Wissen“ heißen. „Das Forum ist ein Ort, der den Wissenstransfer in die Gesellschaft ermöglicht“, erklärt Präsidentin Beisiegel die Idee. Deshalb wird es im Forum neben einer Dauerausstellung, Sonderausstellungen zu aktuellen Forschungsergebnissen geben, ebenso wie Vorträge und Diskussionen. „Wir wollen zeigen, wie Wissen entsteht. Nicht nur von unserem Nobelpreisträger wollen wir wissen, wie Forschung funktioniert“, sagt Beisiegel begeistert.

Der Göttinger Nobelpreisträger Prof. Stefan Hell gibt den Besuchern in der Alten Mensa mit einem Vortrag zur STED-Mikroskopie einen ersten Eindruck davon, wie man Wissen auch für Fachfremde zugänglich machen kann. Anschaulich erklärt der Direktor am Max Planck Institut für biophysikalische Chemie den „On/Off“-Trick, mit dem sein Lichtmikroskop Moleküle sichtbar macht. Bevor Hell die „eigentlich einfache Lösung“ fand, wie er sagt, war es nicht möglich Proteine einzeln zu betrachten. „Damit erschließen sich jetzt ganz neue Forschungsfelder. Ich glaube, man wird bald in der Lage sein, Proteinkomplexe dreidimensional zu erfassen“, prognostiziert Hell. Das Besondere an dem Verfahren ist, dass es damit möglich wird, lebende Zellen zu untersuchen. Deshalb wird man in Zukunft zum Beispiel die Wirkung von Pharmazeutika genauer untersuchen können.

"Ein Spektrum, das relativ einzigartig ist"

Für die Universität ist das Forum Wissen eine Möglichkeit, sich weiter zu profilieren. „Wir haben mehrere Millionen Objekte aus vielen Fachrichtungen und Ländern. Das ist ein Spektrum, das relativ einzigartig ist“, erklärt Allemeyer. Zurzeit gibt es 36 Sammlungen an der Universität. „Es tauchen aber immer wieder neue Sammlungen auf“, erzählt sie. Diese Sammlungen sollen ein wenig vom staubigen Image befreit und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Studierenden und Lehrenden der Universität entdecken immer noch viel Spannendes, woran sich weiter forschen lässt. Neue Technologien eröffnen neue Forschungsmöglichkeiten zum Beispiel an Insekten in Bernsteinen. Die Sammlungen vonTierpräparaten oder getrockneten Pflanzen sind auch für DNA-Untersuchungen interessant.

Ende 2019 soll das Forum eröffnet werden. Die Finanzierung von Baukosten und Betrieb steht. „Wir haben 18,5 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt eingeplant. Davon fehlen uns noch 800000 Euro“, sagt Beisiegel. Für die Schließung dieser Lücke denkt die Präsidentin auch an Crowdfunding: „Es muss ja nicht jeder gleich eine Million geben.“

Von Jorid Engler

Der Förderkreis Forum Wissen

Der Förderkreis möchte das Wissenschaftsmuseum „Forum Wissen“ in der Stadt bekannt machen. Einen ersten Einblick können sich Interessierte am Montag, 15. Mai, um 16 Uhr vor dem Zoologischen Institut, Bürgerstraße 26, bei einer Besichtigung des Gebäudes machen. Anmeldung bei Clara Helming, Telefon 0551 39 26 20 5. Mehr Informationen im Internet:

www.foerderkreis-forum-wissen.de

www.forum-wissen.de

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!