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Göttingen Folgen des Klimawandels auf Wälder
Campus Göttingen Folgen des Klimawandels auf Wälder
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15:18 25.04.2018
Strukturreicher, durch das altersbedingte Absterben von Bäumen aufgelichteter natürlicher Buchenwald, reich an stehendem und liegendem Totholz sowie Habitatbäumen mit reichlich Baum-Mikrohabitaten. Quelle: r
Göttingen

Im Westrumänien wollen Forscher aus Göttingen die Folgen des Klimawandels auf Laubwälder erforschen. Der Schwerpunkt des dreijährigen Projekts liege darauf, die Erkenntnisse aus Rumänien auf Wälder in Mitteldeutschland zu übertragen, teilte eine Sprecherin der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) mit. Das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz fördern gemeinsam das Vorhaben mit rund 500 000 Euro.

Es biete sich an, in weiter südlich liegende Länder Europas zu schauen, da dort bereits heute vergleichbare Klimaverhältnisse herrschen, wie sie in Deutschland in etwa 50 bis 80 Jahren erwartet werden, hieß es. Am Verbundprojekt mit dem Namen „NEMKLIM“ (Nemorale Wälder unter Klimaextremen) beteiligen sich neben der HAWK und der Uni Göttingen auch die zwei rumänischen Partnerinstitute Nationales Institut “Marin Drăcea” für Forschung und Waldentwicklung (INCDS) und die Transsilvanische Universität Brașov. Die Forscher/innen untersuchen unter anderem, ob die Buchen ihre Dominanz und Konkurrenzkraft durch erhöhte Temperaturen und längere Trockenzeiten im Sommer verlieren und ob sie durch besser angepasste Eichenarten ersetzt werden.

Dominanz der Buchen

Die Forscher untersuchen unter anderem, ob die Buchen ihre Dominanz durch erhöhte Temperaturen und längere Trockenzeiten im Sommer verlieren und ob sie durch besser angepasste Eichenarten ersetzt werden. Im Fokus stehe die Frage, unter welchen Klimaszenarien deutsche Buchenwälder verändert werden und welche Folgen für die biologische Vielfalt und Holznutzung entstehen.

Die Göttinger Projektleiter Prof. Helge Walentowski und Prof. Henning Wildhagen von der Göttinger HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement und Prof. Christoph Leuschner und Prof. Erwin Bergmeier vom Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften der Uni Göttingen erforschen dazu mit ihren rumänischen Kollegen und Doktoranden die Vegetationsabfolgen und Anpassungsmuster entlang von Klimagradienten der rumänischen Wälder im Vergleich mit Gradienten in Mitteldeutschland. So stellt sich den Waldforschern die Frage, unter welchen Klimaszenarien die einheimischen Buchenwälder, für deren Naturerbe Deutschland weltweit eine besondere Verantwortung trägt, von ökologischen Faktoren verändert werden und welche Konsequenzen für die Biodiversität und Holznutzung einhergehen werden.

Ökologische Chancen und Risiken

Die ökologischen Fragen, Chancen und Risiken werden einem weiten gesellschaftlichen Kontext eröffnet und in einem öffentlichen Diskurs diskutiert. So sind neben forstlichen Fachtagungen gerade auch frei zugängliche Veranstaltungen in Deutschland geplant, um Strategien für die Zukunft der deutschen Wälder abzuwägen. Koordiniert wird das NEMKLIM-Projekt von Dr. Stefan Hohnwald (Uni Göttingen) in Göttingen und Dr. Marius Teodosiu in Câmpulung Moldovenesc.

Von EPD