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Göttingen Forscherteam aus Göttingen beschreibt Vorteile der Vielfalt
Campus Göttingen Forscherteam aus Göttingen beschreibt Vorteile der Vielfalt
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14:00 16.04.2019
Blühstreifen sorgen für mehr Artenvielfalt. Quelle: r
Göttingen

Vielfalt auf den Feldern zu schaffen, mag die Landwirte Geld kosten. Doch durch mehr Tierarten, weniger Wechsel im Anbau und mehr Blumen an den Ackerrändern können nicht nur Vorteile für die Umwelt, sondern auch wirtschaftliche für die Bauern entstehen. Das haben Forscher der Universität Göttingen untersucht. Die Ergebnisse der interdisziplinären Studie veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Ecological Economics.

„Längere Fruchtfolgen, Mischkulturen, Untersaaten, Zwischenfrüchte, pfluglose Bodenbearbeitung, Agroforstsysteme und Strukturelemente wie Blühstreifen oder Hecken erhöhen erheblich die Artenvielfalt, können aber auch den Ertrag stabil halten und damit das Ertragsrisiko mindern“, sagt die Agrarökologin Julia Rosa-Schleich. Sie ist die Erstautorin der systematischen Literaturrecherche, an der auch Göttinger Agrarökonomen und Lüneburger Nachhaltigkeitswissenschaftler beteiligt waren.

Vorteile bringe es insbesondere, verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel Ackerbau und Nutztierhaltung, zu kombinieren. „Diversifizierung kann die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und ökologische Prozesse wie Schädlings- und Unkrautkontrolle, Bestäubung, Bodenfruchtbarkeit, Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit oder Kohlenstoffspeicherung fördern“, sagt der Leiter der Abteilung Agrarökologie, Prof. Teja Tscharntke. Landwirte könnten durch mehr Vielfalt unter anderem bei der Schädlings- und Unkrautbekämpfung sparen.

Sie könnten ihre Erträge stabilisieren und müssten weniger Pestizide und Mineraldünger einsetzen. Maschinen- und Arbeitskosten könnten verringert werden. Außerdem könne so besser vermarktet werden, was einen höheren Profit bringt. „Die Studie macht deutlich, dass es viel mehr als bisher einer gezielten Forschung für ökologisch vorteilhafte und ökonomisch tragfähige Konzepte in der Landwirtschaft bedarf“, sagt Tscharntke. „Dazu gehören auch neue Anreizsysteme im Rahmen der EU-Agrarpolitik, die gerade die Kombination verschiedener Verfahren befördern.“

Von Norma Jean Levin

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