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Forscherteam entdeckt Planet mit erdähnlicher Masse In bewohnbarer Zone

Ein  Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat einen Hinweis auf einen Planeten gefunden, der den nächsten Stern zur Erde, Proxima Centauri, umkreist. Dieser lang gesuchte Planet, genannt Proxima b, besitzt eine Temperatur, die Wasser in flüssigem Zustand  möglich erscheinen lässt.

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So könnte der Planet aussehen: eine künstlerische Darstellung von Proxima b.

Quelle: ESO/M. Kornmesser

Göttingen. Dieser Gesteinsplanet besitzt etwas mehr Masse als unsere Erde und ist der uns am nächsten gelegene extrasolare Planet – vielleicht ist er sogar der nächste Ort außerhalb unseres Sonnensystems, an dem Leben existieren kann. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Gerade einmal vier Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt liegt der rote Zwergstern Proxima Centauri. Abgesehen von der Sonne ist er der nächste Stern zur Erde. Dieser kühle Stern am Südhimmel im Sternbild Centaurus ist zu schwach, um mit dem bloßen Auge erkennbar zu sein. In seiner Nähe befindet sich das viel hellere Sternenpaar Alpha Centauri AB. Während der ersten Jahreshälfte 2016 wurde Proxima Centauri im Rahmen der „Pale Red Dot-Kampagne“ regelmäßig mit Teleskopen rund um den Globus beobachtet. Dabei suchten die Astronomen nach jenen kleinen Bewegungen des Sterns, die durch den gravitativen Einfluss eines ihn umkreisenden Planeten erzeugt würden.

„Die ersten Hinweise auf einen möglichen Planeten wurden bereits 2013 entdeckt, aber die Ergebnisse waren nicht überzeugend“, erklärt der Leiter der Studie, Dr. Guillem Anglada-Escudé von der Queen Mary-Universität London. „Seither haben wir mit Hilfe der Europäischen Südsternwarte ESO und anderen Partnern hart daran gearbeitet, weitere Beobachtungen durchführen zu können. Die Planung für das ,Pale Red Dot-Projekt‘ dauerte etwa zwei Jahre.“

Proxima b umkreist seinen Stern viel näher als Merkur in unserem Sonnensystem die Sonne umkreist, aber der Stern ist deutlich schwächer als die Sonne. Aus diesem Grund liegt Proxima b innerhalb der bewohnbaren Zone seines Muttersterns und besitzt eine geschätzte Oberflächentemperatur, die die Anwesenheit von flüssigem Wasser erlaubt.

Trotz dieses „temperierten Orbits“ werden die Bedingungen an der Oberfläche von Proxima b stark von Ausbrüchen des Sterns im ultravioletten und Röntgenbereich beeinflusst, und zwar in viel stärkerem Ausmaß, als es die Erde von der Sonne erfährt. „Ob Proxima b eine Atmosphäre hat, wissen wir noch nicht“, sagt Prof. Ansgar Reiners vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen. „Dies wird in Zukunft Gegenstand intensiver Forschung sein. Die hochenergetische Strahlung hat sicherlich Auswirkungen auf die Bedingungen auf der Oberfläche von Proxima b. Trotzdem ist es nicht unmöglich, dass Proxima b über eine lebensfreundliche Atmosphäre verfügt.“               pek/r

Die Zukunft

Die Entdeckung von Proxima b ist der Beginn von einer Reihe weiterer Beobachtungen mit aktuellen Instrumenten und mit der nächsten Generation von extrem großen Teleskopen wie des European Extremely Large Telescope. Proxima b wird in Zukunft eines der wichtigsten Ziele für die Suche nach Leben im Universum sein. Und mit dem Projekt StarShot gibt es bereits die Vision, das Alpha Centauri-System mit einen Raumfahrzeug von der Erde aus anzuvisieren.

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