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Forschungsinitiative UR:BAN des DLR über neue Verkehrstechnologien

Straßenverkehr effizienter machen Forschungsinitiative UR:BAN des DLR über neue Verkehrstechnologien

Eine Ampel, die dem Fahrzeug sagt, wann es starten kann. Ein Sender in einem Verkehrspylon, der bei einem Unfall schnell aufgestellt wird und informiert, dass eine Fahrspur blockiert ist. Wenn Fahrzeuge und Straßeninfrastruktur miteinander sprechen, läuft der Verkehr besser und sicherer.

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Smarter Verkehrsregler: Der Verkehrspylon kann den Fahrzeugen in seiner Umgebung Gefahren melden.

Quelle: DLR

Braunschweig. In der Forschungsinitiative UR:BAN hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in einem Verbund aus insgesamt 31 Partnern aus Forschung und Automobilindustrie, neue Verkehrstechnologien für Städte entwickelt.

Neue Technologien können den Verkehr in der Stadt sicherer und effizienter machen. In der vierjährigen Forschungsinitiative UR:BAN (Urbaner Raum: Benutzergerechte Assistenzsysteme und Netzmanagement) wurden solche Neuerungen in vielen interdisziplinären Projekten entwickelt. DLR-Verkehrsforscher haben innerhalb des Projektes mit Partnern unter anderem die Car2X-Kommunikation weiterentwickelt, also die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Straßeninfrastruktur, wie zum Beispiel Ampeln. „In UR:BAN konnten wir zeigen, dass eine kluge Vernetzung den Verkehrsfluss verbessern kann“, sagt Prof. Karsten Lemmer, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. „Fahrzeuge und Straßeninfrastruktur werden in Zukunft immer komplexere Verkehrsvorgänge eigenständig abwickeln können.“

Für die Abschlusspräsentation in Düsseldorf haben die DLR-Forscher eine Ampel in Düsseldorf am Oberbilker Markt so umgerüstet, dass sie mit einem Polizei-Einsatzfahrzeug Daten austauschen kann. Fährt das Polizeiauto bei einem Einsatz auf die Kreuzung zu, wird die Ampel genau die Spur freischalten, auf der das Polizeifahrzeug unterwegs ist. „Das ist bislang nur möglich, wenn die Verkehrsleitzentrale eine solche Vorfahrtsschaltung durchführt. Mit der neuen Technologie kann die Vorfahrt schneller und flexibler gewährt werden“, beschreibt Dr. Henning Mosebach, Projektleiter beim DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik, die Vorteile. Die entwickelten Technologien können bereits heute in den Städten eingesetzt werden können.

Die vom DLR umgerüstete Ampel kann den Fahrzeugen sagen, wann sie wieder auf Grün umschaltet. Diese können dann zum richtigen Zeitpunkt automatisch starten und zügig über die Kreuzung fahren. Durch die Information über die Ampelphasen kann das Auto zudem seine Geschwindigkeit anpassen, unnötige oder abrupte Halts vermeiden und insgesamt energieeffizienter fahren.

Das DLR hat die Ampel nicht zum „sprechen“ gebracht, sondern gemeinsam mit den Industrie-Partnern Opel, Conti und VW bestehende Standards weiterentwickelt. So lässt sich die Kommunikation zwischen Ampel und Auto bald herstellerunabhängig auf alle Fahrzeuge übertragen.

Das DLR demonstrierte auch, wie Verkehrsteilnehmer und Fahrzeuge in Zukunft kurzfristig über Änderungen in der Verkehrsführung informiert werden können. Die Forscher stellen einen Verkehrspylon vor, der bei einem Unfall oder einer Baustelle den Fahrzeugen in seiner Umgebung mitteilen kann, dass eine Spur gerade nicht befahrbar ist. „Der Autofahrer weiß so schon 400 Meter vor der Gefahrenstelle, dass ein Spurwechsel ansteht“, erläutert Mosebach. „Damit kann ein Auffahren verhindert oder rechtzeitig ein Umfahren der Engstelle empfohlen werden.“ Der intelligente Leitkegel wurde mit der vom DLR erarbeiteten „Sprache“ vom Institut für Automation und Kommunikation Magdeburg (ifak) entwickelt.

31 Partner aus Automobil- und Zulieferindustrie, Elektronik- und Softwarefirmen, Universitäten, Forschungsinstituten und Städten haben sich im Verbundprojekt zusammengeschlossen. Das Gesamtbudget beträgt 80 Millionen Euro. Rund 50 Prozent davon trägt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des 3. Verkehrsforschungsprogramms.

eb

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