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Forschungspreis für Göttinger Primatenforscher Zinner

Wichtige Lebensräume für bedrohte Arten Forschungspreis für Göttinger Primatenforscher Zinner

Das Schweizer Zentrum für wissenschaftliche Forschung in der Elfenbeinküste (CSRS) hat den Göttinger Primatenforscher Dr. Dietmar Zinner mit dem 8. CSRS-Preis ausgezeichnet. Zinner und Kollegen aus Afrika identifizierten Sumpf-Waldgebiete, die als wichtige Lebensräume für besonders bedrohte Primatenarten gelten. Die Forscher entwickelten auch Artenschutz-Projekte weiter.

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Ein Vertreter einer der untersuchten Arten: Schwarz-weißer Stummelaffe (Colobus vellerosus).

Quelle: DPZ

Göttingen. Die Preisträger - Zinner, Inza Kone und Sery Gonedele Bi - arbeiten seit 2006 zusammen. In dieser Zeit dokumentierten sie unter anderem den Bestand von stark bedrohten Primatenpopulationen. Zu den untersuchten Arten gehörten zwei Arten von Stummelaffen, die Roloway-Meerkatze und die Weißnackenmangabe. Diese und andere leben in dem Sumpf-Waldgebiet „Forêt des Marais Tanoé-Ehy“ im äußersten Südosten des Landes. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es dort immer noch eine relativ große Anzahl an Primaten gibt. Insbesondere leben dort auch stark bedrohte Arten, die andernorts bereits ausgestorben sind. Während ihrer Feldforschung haben die Forscher nicht nur Bestandsdaten zu Primaten, sondern auch zu zahlreichen anderen Tierarten gesammelt und für Arten- und Naturschutzprogramme zur Verfügung gestellt, teilte das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) mit. Dort ist Zinner leitender Wissenschaftler in der Abteilung Kognitive Ethologie.  Von besonderer Bedeutung für die Vergabe des mit 15000 Schweizer Franken dotierten Preises war der Jury der Ansatz, die Wechselwirkungen zwischen der lokalen Bevölkerung und wildlebenden Primatenpopulationen in die Analysen zum Bedrohungsgrad der Affenarten einzubeziehen. Die Forscher haben beispielsweise nachgewiesen, welche Arten in den Dörfern als „bush meat“ (Wildfleisch) angeboten wurden. Das Team setzte molekulargenetische Methoden ein, um Arten durch im Wald gesammelte Kotproben zu bestimmen. Zinner hat nicht nur diese Technik in die Projekte eingeführt, sondern mit seinem Fachwissen über Primatentaxonomie und Ökologie auch Artenschutz-Projekte für die untersuchten Primatenarten weiterentwickelt.  DPZ-Direktor Prof. Stefan Treue lobte die Arbeit der Preisträger: „Mit dieser langfristigen Teamarbeit haben die drei Forscher gezeigt, wie hervorragende Wissenschaft zugleich effektiv zum Natur- und Artenschutz beitragen kann. Dietmar Zinner hat hier außerdem zugleich ein hervorragendes Beispiel dafür geliefert, dass die Arbeit des DPZ in Primatenursprungsländern immer auf einem gleichwertigen Verhältnis zu örtlichen Kooperationspartnern beruht.“

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