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Göttingen Die Sprache knüpft ein Band
Campus Göttingen Die Sprache knüpft ein Band
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00:17 28.04.2017
S.E. Philippe Etienne, Botschafter der Französischen Republik. Quelle: Wenzel
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Göttingen

Etienne sprach in seinem Vortrag mit dem Titel „Die Universitäten und das europäische Aufbauwerk: Die Rolle Frankreichs in der Vergangenheit und heute“ die Verflechtung der Wissenschaft an. Schon immer habe es unter Wissenschaftlern und Hochschulen in Europa einen Austausch gegeben. Freies Denken, Aufgeschlossenheit und Austausch seien Voraussetzungen, um Wissen zu mehren und Fortschritt zu schaffen. Seit ihrer Gründung 1737 ist die Georgia Augusta dafür ein Beispiel, so der Botschafter. „Göttingen galt und gilt als Leuchtfeuer des Wissens“, sagt Etienne.

Die Werte wie Toleranz, Offenheit und Vielfalt hat die Wissenschaft mit der Europäischen Union gemeinsam, findet Etienne. Deshalb sollten Programme wie der Erasmus-Austausch gefördert werden. Außerdem möchte er die Rolle von Französisch als zweite Fremdsprache an Schulen stärken. Historisch fundiert und wortgewandt zeichnete der Diplomat die Geschichte der europäischen Beziehungen in der Wissenschaft und insbesondere die deutsch-französische Freundschaft nach. Er forderte eine Rückbesinnung auf diese Traditionen in der Wissenschaft und eine Vorreiterrolle der Universitäten auf dem Weg zu vertieftem europäischen Verständnis und Zusammengehörigkeitsgefühl.

Die Wissenschaftler und Studierenden im Publikum wurden ihrer Rolle als kritische Denker, wie Etienne sie in seinem Vortrag skizzierte, gerecht. In der anschließenden Diskussion stellten sie Nachfragen zur Rolle des Zweier-Gespanns  der beiden Länder Deutschland und Frankreich. Werden andere europäische Mitgliedsstaaten ausgeschlossen? „Das wäre das Gegenteil der europäischen Ziele. Jedes Land trägt eine gleiche Verantwortung für das europäische Projekt“, antwortet Etienne. „Aber wenn es um Verteidigungs- oder Wirtschaftspolitik geht, dann kann es sehr nützlich sein, wenn Deutschland und Frankreich Initiative zeigen.“ Ein Lehrer im Publikum kritisierte, dass Französisch als zweite Fremdsprachen an Schulen nicht mehr so wichtig ist. Eine andere Nachfrage richtete sich gegen das Erasmus-Programm, das hauptsächlich Bildungsbürger erreiche. Der Botschafter zeigte sich diplomatisch, aber besorgt. Viele Probleme ließen sich lösen, wenn die Bürger beider Länder die andere Sprache lernten, so Etienne. „Die Sprache knüpft ein Band. Und die Erfahrungen, die man bei einem Austausch machen kann, die vergisst man nie“, ist der Franzose überzeugt.

An der Universität Göttingen möchte man jetzt die Französische Sprache voranbringen, erklärte Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel. Darum hatte der Botschafter sie gebeten.

Von Jorid Engler

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