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Fremde Pflanzen: Göttinger Biologen erstellen Übersicht zur Ausbreitung

Kooperation Fremde Pflanzen: Göttinger Biologen erstellen Übersicht zur Ausbreitung

Eine wissenschaftliche Erhebung gibt erstmalig eine globale Übersicht über die Einwanderung von Pflanzenarten auf fremden Kontinenten und ihre Ausbreitung außerhalb ihrer heimischen Territorien.

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Mosaik aus insgesamt 367 Bildern, die 360 eingeführte, eingebürgerte oder invasive Pflanzenarten repräsentieren.

Quelle: EF

Göttingen. In einer internationalen Kooperation von 38 Forschungseinrichtungen unter anderem mit Göttinger Beteiligung erfassten Biologen unter Leitung von Prof. Mark van Kleunen von der Universität Konstanz Daten aus 481 Festlandgebieten und 362 Inseln, was rund 83 Prozent der weltweiten Landfläche entspricht. Nach der Erhebung der Wissenschaftler wurden durch den Einfluss des Menschen bereits mindestens 13168 Pflanzenarten – das entspricht 3,9 Prozent der Flora weltweit – außerhalb ihres heimischen Lebensraums verbreitet. An dem Forschungsprojekt sind Prof. Holger Kreft und Dr. Patrick Weigelt von der Free Floater-Nachwuchsgruppe Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie der Universität Göttingen beteiligt.

 
Mit beinahe 6000 gebietsfremden Arten weist Nordamerika die größte Zahl an eingebürgerten Pflanzenarten auf, gefolgt von Europa mit über 4000 eingewanderten Arten. Im Verhältnis zu ihrer Fläche verzeichnen die pazifischen Inseln den größten Zuwachs an fremden Pflanzenarten.

 
Die Länder der nördlichen Hemisphäre sind die größten „Exporteure“, allen voran Europa und der nicht-tropische Teil Asiens. „Die große Zahl eingebürgerter Pflanzenarten auf Inseln ist besonders besorgniserregend, weil sie dort wegen vieler freier Nischen leichtes Spiel haben und die endemischen Arten zunehmend verdrängen“, so Kreft. Die Göttinger Wissenschaftler forschen zur Biodiversität von Pflanzen auf Inseln und haben zu der aktuellen Studie Daten zu zahlreichen Inselfloren beigetragen.

 
In vierjähriger Forschungsarbeit sammelten das Biologen-Team regionale Listen eingebürgerter Pflanzen aus allen Teilen der Welt und führten sie zu der globalen Datenbank „Global Naturalized Alien Flora (GloNAF)“ zusammen. „Die größte Herausforderung bestand darin, die Namen der Pflanzenarten zu standardisieren. Es gibt große regionale Unterschiede, unter welchem Namen dieselben Pflanzenarten in den verschiedensten Ländern bekannt sind“, berichtet van Kleunen, der das Forschungsprojekt federführend koordinierte. Die Zahlen der Erhebung beziehen sich auf die Kategorie „eingebürgerter“ Pflanzen. Diese Kategorie umfasst sämtliche Pflanzenarten, die außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes in freier Natur wachsen und sich fortpflanzen. Die Zahlen sind insofern nicht deckungsgleich mit sogenannten invasiven Pflanzenarten, also jenen Arten, die sich rapide in nicht-heimischem Territorium ausbreiten und einen deutlichen Einfluss auf ihre neue Umgebung und andere Arten haben.

 
„Unsere Erhebung ist zunächst rein deskriptiv“, erläutert van Kleunen. „Sie beschreibt, wo fremde Pflanzenarten sich weltweit ausgebreitet haben und wo sie herkommen. Mit dieser Datengrundlage können wir nun beginnen, stärker Fragen nach den biologischen Zusammenhängen zu stellen.“ Was trieb die Verbreitung der Pflanzenarten voran? Welche Eigenschaften der Pflanzen begünstigen ihre Ausbreitung in den jeweiligen Gebieten? Welchen Stellenwert hat der evolutionäre Verwandtschaftsgrad zwischen eingewanderten und heimischen Pflanzen? „Die Daten können nun auch dazu genutzt werden, um Vorhersagen zu treffen, welche Arten in welchen Gebieten dominant werden könnten“, gibt van Kleunen einen Ausblick. pug

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