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Göttingen Vergiftung durch Krustenanemonen nimmt zu
Campus Göttingen Vergiftung durch Krustenanemonen nimmt zu
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17:50 27.08.2018
Bei Erwachsenen überwiegen Vergiftungen durch Medikamente. Quelle: dpa
Göttingen

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Anfragen um etwa 6,5 Prozent gestiegen, teilt das GIZ in seinem Jahresbericht mit. Bei einer Verfügbarkeit rund um die Uhr bearbeiteten die Fachleute durchschnittlich 113 Anfragen pro Tag. 2017 habe vermehrt medizinisches Fachpersonal den 24-Stunden-Service in Anspruch genommen.

Ein Gift sei den Ärzten des GIZ besonders aufgefallen: das Palytoxin der Krustenanemone. Die Blumentiere seien oftmals Bewohner heimischer Aquarien. Unvorsichtige Aquarien-Besitzer könnten das Palytoxin beim Reinigen ihres Aquariums über Haut oder Atemwege aufnehmen. Insgesamt 46 Fälle, von denen die Hälfte der Betroffenen im Krankenhaus behandelt werden musste, registrierte das GIZ-Nord in den Jahren 2000 bis 2017. Vergiftungssymptome sind unter anderem Fieber, Schüttelfrost, Kurzatmigkeit und Muskelschwäche. In etwa einem Drittel der Fälle waren die Vergiftungen mittelschwer, in drei Prozent schwer, berichtet Prof. Dr. Andreas Schaper, der das GIZ-Nord seit 2015 gemeinsam mit Dr. Martin Ebbecke leitet.

„Die Zahl hört sich erst mal nach nicht viel an, aber es ist aufgefallen, dass die Fälle über die Jahre zugenommen haben“, sagt Schaper. Neben der Hauptaufgabe, der Beratung im akuten Vergiftungsfall, sei es aber auch Aufgabe des GIZ über seltenere Fälle zu informieren. Das tut das Zentrum unter anderem mit seinem Jahresbericht. Darin werden die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen analysiert.

Oft seien es allerdings Dinge aus dem täglichen Umfeld, die gefährlich werden können. Kinder seien besonders durch chemische Produkte, Medikament und Pflanzen gefährdet. Bei Erwachsenen überwiegen Vergiftungen durch Medikamente.

Das GIZ Nord ist die erste Beratungs- und Erfassungsstelle für alle Vergiftungen in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Es bietet Hilfestellung für ratsuchende Eltern genauso an wie fachliche Expertise bei ungewöhnlichen oder schweren Vergiftungen für Rettungskräfte und Ärzte.

Weitere Informationen über das Giftinformationszentrum-Nord sowie verschiedene Warnmeldungen über aktuelle Vergiftungsgefahren sind abrufbar über die Internetseite. Telefonisch ist die 24-Stunden-Notrufhotline unter 05 51/19 24 0 erreichbar.

Von Nora Garben

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