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„Wir sind in ständigem Kontakt“

Gastwissenschaftlerin der Universität darf Türkei nicht verlassen „Wir sind in ständigem Kontakt“

Die „Säuberungsaktionen“ nach dem Putschversuch in der Türkei treffen auch dortige Hochschulen. Das bekommt die Universität Göttingen zu spüren – eine Gastwissenschaftlerin darf derzeit nicht die Türkei verlassen.

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Die Universität Göttingen beobachtet die aktuellen politischen Entwicklungen in der Türkei „mit großer Sorge“.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Auch wegen dieser Vorgänge beobachtet die Universität Göttingen die aktuellen politischen Entwicklungen in der Türkei „mit großer Sorge“, wie es in einer Stellungnahme heißt. Sie schloss sich der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) an, die jüngst von „systematischer Einschüchterung“ an türkischen Hochschulen angesichts der Entlassung von Dekanen, Reiseverboten für Wissenschaftler und Ähnlichem sprach.

Nach Angaben von Universitätssprecher Romas Bielke befindet sich derzeit eine Göttinger Kulturwissenschaftlerin in der Türkei und darf nicht

ausreisen: Die türkische Akademikerin sei Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung, die im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative für „gefährdete Forschende“ ab dem Wintersemester an der Universität Göttingen lehren und forschen sollte.

„Wir sind mit der Wissenschaftlerin in ständigem Kontakt“, erklärte Bielke dazu. Außerdem arbeite die Universität eng mit der Ausländerbehörde zusammen, um die Aufenthaltserlaubnis der Familie zu sichern – diese ist Bielke zufolge bereits in Deutschland.

Auch, dass die türkische Regierung im Ausland tätige Gastwissenschaftler zur Heimreise aufgefordert hat, hat Konsequenzen für die Universität

Göttingen: Ein weiterer Wissenschaftler muss diese Woche in die Türkei zurückfliegen – „Wie sich die Situation weiter entwickelt, weiß er noch nicht“, sagte Bielke. Insgesamt gibt es ihm zufolge acht türkische Wissenschaftler an der Universität.

Studentische Austauschprogramme scheinen von der aktuellen Lage hingegen nicht betroffen zu sein: Weil die meisten Austauschstudierenden zum Semesterende bereits auf dem Heimweg seien, halten sich laut Bielke nur noch zehn Studierende aus der Türkei in Göttingen auf. Diese hätten sich zuletzt ihre Bescheinigungen vom Auslandsbüro der Universität abgeholt – „von Problemen war dabei keine Rede“, erklärte Bielke. Auch hätten sich bisher türkische Partnereinrichtungen nicht mit Sorgen an die Universität gewandt.  

Akademiker in der Türkei

Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei herrscht dort Ausnahmezustand. Die rigorosen „Säuberungsaktionen“, wie die Regierung es nennt, treffen auch Universitäten: Rund 1500 Dekane wurden entlassen, Wissenschaftler dürfen nicht mehr ausreisen und auswärtig Tätige sollen ins Land zurückkehren. Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hatte das Vorgehen scharf kritisiert und den besonderen Wert akademischer Freiheit betont.

Auch die Vereinigung Europäischer Universitäten (EUA) hatte sich angesichts der Vorgänge in der Türkei kritisch geäußert: Mehr als je zuvor brauche die Türkei jetzt Meinungsfreiheit, wie sie im starken Universitären Bereich der Türkei vertreten werde, heißt es in einer Stellungnahme.

Universität kooperiert mit türkischen Einrichtungen Die Universität Göttingen arbeitet zurzeit mit rund 30 wissenschaftlichen Einrichtungen in der Türkei zusammen. Vieles davon entfällt nach Universitätsangaben auf studentische Austauschprogramme, weitere Kooperationen gebe es auch in der Forschung und bei Themen wie Open Access.

Von Christoph Höland

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