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24 Jahre lang Geld für Monumentalwerk

Akademieprojekt „Wörterbuch des Altuigurischen“ 24 Jahre lang Geld für Monumentalwerk

Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen erhält mit dem „Wörterbuch des Altuigurischen“ ein neues Forschungsprojekt mit einer Laufzeit von 24 Jahren. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz hat heute grünes Licht für das Langzeitvorhaben gegeben. Dafür wurden Mittel in Höhe von jährlich rund 335 000 Euro bewilligt.

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Ort des Langzeitprojektes: die Akademie der Wissenschaften in der Geiststraße.        

Quelle: SPF

Göttingen. Das Altuigurische oder Alttürkische ist von seiner Bedeutung her vergleichbar mit dem Lateinischen bei den romanischen Sprachen. Das Fehlen eines auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft befindlichen Wörterbuchs des Altuigurischen/Alttürkischen wird schon lange von der Turkologie, aber auch von den benachbarten Wissenschaften wie beispielsweise der Indologie, der Mongolistik, der Sinologie oder der Religionswissenschaft beklagt.

Das Turkvolk der heutigen Uiguren ist vor allem infolge der radikalen Sinisierungspolitik der chinesischen Regierung nicht in der Lage, ein solches Grundlagenwerk zu erarbeiten. Die Göttinger Uiguristik/Turkologie betrachtet es daher schon lange als Aufgabe, die alten - vor allem buddhistischen und manichäischen - Hochkulturen der Uiguren in ihren über einen Zeitraum von mehr als 600 Jahren zwischen dem 8. und dem 14. Jahrhundert tradierten schriftlichen Zeugnissen zu erschließen und als Weltkulturerbe zu erhalten.

Die Erforschung der vorislamischen türkischen Sprache und Kultur hat aber auch in der Türkei eine längere Tradition und ist insbesondere zu Lebzeiten Atatürks (1881-1938) gefördert worden. Gerade in der jüngster Zeit jedoch sei diese Tradition durch eine schleichende Re-Islamisierung auch des Wissenschaftsbetriebs gefährdet, teilt die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit. Das „Wörterbuch des Altuigurischen“ biete einen Zugang zur alttürkischen Kultur außerhalb dieser religiös gebundenen Betrachtungsweise und sei für die türkische Wissenschaft eine große Chance, an der aktuellen Forschung zur vorislamisch-türkischen Sprache und Kultur Zentralasiens teilzunehmen.

Das von den deutschen Wissenschaftsakademien getragene Akademienprogramm ist das derzeit größte Forschungsprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland. „Die Steigerung des Programms ermöglicht es uns, unsere Forschungsarbeit im Bereich der langfristig angelegten geistes- und sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung auf höchstem wissenschaftlichem Niveau fortzuführen und das Akademienprogramm strategisch weiterzuentwickeln“, sagte Prof. Hanns Hatt, Präsident der Akademienunion. pek/r

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