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22:20 24.04.2013
„Vater des niedersächsischen Stiftungsmodells“: Oppermann. Quelle: Surrey
Hildesheim

Mehr Entscheidungsfreiheiten und Möglichkeiten der finanziellen Unabhängigkeit versprachen sie sich von der Neuerung. Wie die sich in zehn Jahren bewährt hat, war Thema von Vertretern der fünf Stiftungshochschulen in Niedersachsen bei einem Symposium an der Universität Hildesheim.

„Was wir in den vergangenen zehn Jahren geschafft haben, hätten wir unter anderen Bedingungen nie hinbekommen“, erklärte Hildesheims Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Er nannte den Göttinger Bundestagsabgeordneten Oppermann „Vater des niedersächsischen Stiftungsmodells“.

Oppermann, von 1998 bis 2003 Wissenschaftsminister, berichtete von der damals „einmaligen Zeit für Bildungspolitik“. Es sei an der Zeit gewesen, den Reformstau zu beenden und bei den Hochschulen, die im internationalen Vergleich vorhandenen Mängel zu beseitigen. Niedersachsens Hochschulen sollten „von Staatsbetrieben in befreite Gestaltungs- und Freiräume wechseln“ – als Stiftungen öffentlichen Rechts.

In Göttingen künftig stärkeres Fundraising

Die Vertreter der Stiftungshochschulen Hildesheim, Osnabrück, Lüneburg, Göttingen und Hannover (Tierärztliche Hochschule) waren sich einig, dass es keinen Grund für eine Rückkehr zum alten Modell gibt, dass jede Hochschule die Möglichkeiten der Rechtsform individuell auszufüllen hat und dass das Erreichen eines Stiftungsvermögens weiterhin eine Baustelle sei.

Hervorgehoben wurde von allen das eigenständige Berufungsrecht. Das habe nicht nur zeitlich die Anwerbung neuer Wissenschaftler vorangebracht. „Auf deutlich unter zwölf Monate“, erklärte die Göttinger Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel.

Als Stiftung habe die Universität auch bei der Teilnahme am Wettbewerb um Forschungsförderung, der Exzellenzinitiative, Vorteile gehabt. In Göttingen werde künftig stärker das Fundraising betrieben und die Autonomie der Verwaltung solle gestärkt werden.

Als einstiger Kritiker gab sich Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der Landeshochschulkonferenz, zu erkennen. Heute sehe er ein, dass die Umwandlung gelungen sei und heute auch ein Schutz vor Einschränkungen der Hochschul-Autonomie sei. Denn die Stiftungshochschulen seien ebenso wie „die ganze Oppermannsche Autonomie“ bestimmten Kräften, besonders dem Landesrechnungshof, ein Dorn im Auge.

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